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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Hensel (Sophie Friederike, geb. Sparmann), Schauspielerin, geb. 1738 zu Dresden, ging 1754 bei der Kirschschen Truppe zur Bühne und heiratete 1755 den Schauspieler Johann Gottlieb H. (geb. 1728 zu Hubertusburg, gest. 1787 zu Freiburg i. Br.), von Lessing als vorzüglicher Vertreter der Bedientenrollen bezeichnet, von dem sie sich aber 1759 wieder trennte. Sie war das erste weibliche Mitglied des durch raer 0 Dramaturgie berühmt wordenen hamburger Nationaltheaters und Lesing hat ihr im 20. Stück der Dramaturgie das länzendste Lob erteilt. de den J. 1771 und 1772 eiratete dann den Theaterdirektor Seyler, wirkte 1785—87 unter Schröder inHamburg, dann am Hoftheater zu Schleswig, wo sie 22. Nov. 1789 starb. Das Größte leistete sie in leidenschaftlichen und majestätischen Charakteren des Trauerspiels. Sie hat sich auch als dramatische Schriftstellerin versucht. Heusel (Wilh.), Historienmaler, geb. 6. Juli 1794 zu Trebbin, begann in Berlin seine künstlerische Laufbahn als Architekt an der Akademie, folgte jedoch seiner Neigung, die ihn zur Malerei führte. Entscheidend war für ihn sein zweimaliger Aufentalt in Paris, wohin er als Mitkämpfer in dem efreiungskriege kam und wo ihn das Studium der dort aufgehäuften Bilderschätze gänzlich für dieses Fach fesselte. Indessen nötigten ihn dürftige Lebensverhältnisse zunächst, durch Zeichnungen und Porträts Erwerb zu suchen. Erst später gelang es ihm, durch Ausmalung eines Saales im berliner Schauspielhause die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und 1825 nach Italien zu reisen. Hier kopierteernach Rafael und schuf mehrere Kompositionen, worunter Christus und die Samariterin besonders gelungen war. Nach seiner Heimkehr 1828 wirkte er als Prosessor und Hofmaler in Berlin, wo er durch die bereits vor der ital. Reise gemalten Kostüme zu Lalla Rookho und das aus Italien mitgebrachte Gemälde Vittoria Caldoni am Brunnen viel Beifall fand. Im J. 1834 malte er für die potsdamer Garnison-Urche Christus vor Pilatus, worauf der Reigen Mirjams und der Durchzug durch das Rote Meer 1836), Sund die israel. Hirtin (1839) folgten. ür den Saal des braunschweiger Schlosses entwarf er ein Kolossalbild, das aber —— blieb. Unerschöpflich war H. im Schaffen von Bildnissen, deren er über 400 gemalt und 1000 in Stiftzeichnung hinterlassen haben soll. Als Illustrator und Radierer versuchte er sich mit Kompositionen zu Tiecks Genovevar und Phantasuso. H. schwankte in seinen Schöpfungen unsicher zwischen den mannigsachsten Vorbildern sein ganzes Leben hindurch und vermochte mehr durch Gegenstand und Inhalt seiner Werke als durch den künstlerischen Wert zu interessieren. Er starb 26. Nov. 1861 in Berlin. H.s Gattin, Fanny H., die Schwester Felix Mendelssohn-Bartholdys, geb. 14. Nov. 1805 in Hamburg, war seit 1829 mit ihrem Gatten verheiratet und starb 14. Mai 1847. Sie besaß eine vorzreffliche musikalische Bildung und hat vieles komoniert. Einige ihrer Lieder hat ihr Bruder unter einem Namen veröffentlicht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 115Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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