FeedJaunthal
ErdkundeBrockhaus 1882

Jaunthal (frz. Val de Bellegarde) heißt die mittlere Thalstufe des Jaunbachs (frz. Jogne), der im schweiz. Kanton Bern im Abländschenthal entspringt, bei der freiburgischen Grenze in das eigentliche J. tritt und dasselbe durch den Engpaß La Tzintre verläßt, um durch die Thalstufe von Charmey der Saane zuzufließen, die er unweit Broc, 3 km östlich von Bulle erreicht. Das J. ist ein wildromantisches Alpenthal, von steilen erglehnen umschlossen, über deren Weiden und Nadelwaldungen die kahlen Hörner und Felsmauern der Schopfenspitze (2106 m), des Schafbergs (2215 m), der Gastlosen (1937 m), der Hohmatt (2158 m) und anderer Gipfel der Saanegruppe (s. Alpen 18) aufsteigen. Hauptort des Thals, das eine eigene Gemeinde des freiburgischen Bezirks Greyerz (frz. Gruyere) bildet, ist das Dorf Jaun, 1017m über dem Meere, 17 km östlich von Vulle auf dem rech— ten Ufer des Jaunbachs gelegen, mit der Pfarrkirche des Thals und der Ruine der Burg Bellegarde. Die Gemeinde zählt (1880) 868 E. meist kath. Konfession und deutscher Zunge, deren Haupterwerbsquelle die Alpenwirtschaft ist. Auch der Touristenverkehr ist nicht unbedeutend, seitdem das Thal durch die kühn angelegte, 39 km lange Poststraße von Bulle über den Bruchberg (1506 m) nach Boltigen mit dem Saanenthal und dem bernischen Simmenthal verbunden ist. Im Mittelalter zur Grafschaft Greyerz gehörig, kam das J. 1555 bei der Teilung derselben zwischen Bern und Freiburg an letzteres.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 820Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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