Joux (Val de), Hochthal im westl. Teile des schweiz. Kantons Waadt an der Grenze der franz. Depart. Jura und Doubs, bewässert von der Orbe, die aus dem kleinen Lac des Rousses (1075 m) kommt, bei La Cure aus dem franz. Val des Rousses in das schweizerische J. übertritt und nach 60 km langem Lauf als Thiele (Zihl) bei Mwerdon (437 m) in den Neuenburgersee mündet. Das J., links von dem bewaldeten Rücken des Mont-Risoux (1423 m), rechts von der Kette des Mont-Tendre (1680 m) umschlossen, erstreckt sich 20 km lang, an der Sohle 1—1½ km breit in nordöstl. Richtung von der franz. Grenze bis zur Dent de Vaulion (1483 m), deren felsige Vorstufen als Querriegel das Thal abschließen. Wie die meisten Längsthäler des Jura ist auch das J. eine einförmige Mulde, reich an Nadelwäldern und Bergweiden, mit rauhem Klima und spärlichem Ackerbau. Den Hauptschmuck der Landschaft bilden die beiden Seen (von zusammen 9,3 qkm Areal), welche die Orbe in dem Thale bildet: der Lac de Joux (1009 meüber dem Meere, 9 kmelang, 1—1½ km breit, 26 m tief) und der kleine Lac Brenet, der, mit jenem durch einen schmalen Durchlaß verbunden, keinen sichtbaren Abfluß hat, sondern seine Wasser durch Trichterlöcher unterirdisch gegen das Thal von Vallorbe entleert, wo dieselben 2½ km nördlicher und 226 mutiefer als Source de l'Orbe wieder zu Tage treten. Die Wald- und Bergwildnis des J. wurde erst im 12. Jahrh. urbar gemacht, nachdem 1140 eine Prämonstratenserabtei (L'Abbaye du Lac de Joux) in dem Thale gegründet worden. Bei der Eroberung des Waadt 1536 wurde das Kloster säkularisiert und das Thal kam an Bern, unter dessen Herrschaft die Bevölkerung namentlich durch Einwanderung franz. Protestanten rasch zunahm. Seit 1803 bildet es den Bezirk La Vallee des schweiz. Kantons Waadt und zählt (1880) auf einem Areal von 173 akm in drei weit zerstreuten Gemeinden 5507 E. meist reform. Konfession und franz. Zunge, deren Haupterwerbsquellen neben ausgedehnter Alpenwirtschaft und etwas Ackerbau die Uhrenindustrie, die Bijouterie, die Spieldosen⸗ und die Messerfabrikation und der Holzhandel sind. Hauptort des Bezirks ist das Dorf Le Sentier (1026 m) in der Gemeinde Le Chénit, an der großen Poststraße, die das ganze Thal der Länge nach durchschneidet und sich einerseits über La Cure und Les Rousses an die Poststraße von St.⸗Cergues anschließt, andererseits bei Le Pont (zwischen dem Lae de Joux und dem Lac Brenet) sich teilt, um bei Vallorbe, Croy und Cossonay die Jougnebahn zu erreichen. Eine Bahn von Le Pont nach Vallorbe ist projektiert. Direkt zum Genfersee führt die Fahrstraße Le Brassus-Rolle über den Col du Marcheiruz (1450 m). ö