Jellinek (Adolf), namhafter jüd. Theolog und Kanzelredner, geb. 26. Juni 1821 zu Drslowitz bei Ungarisch-Brod in Mähren, studierte zu Prag und Leipzig orient. Sprachen und Philosophie. Sodann von der leipziger israel. Gemeinde als Rabbiner und Prediger angestellt, ging er 1857 in gleicher Eigenschaft nach Wien, wo er im Bet ha-Midrasch auch ein Seminar für jüd. Theologie begründete. J. gehört unter seinen Glaubensgenossen der Partei des gemäßigten Fortschritts an. Er veröffentlichte mehrere Predigtsammlungen . 3 Bde., Wien 1862—-66, Zeitstimmenv, 2 Bde., Wien 1871 u. s. w.). Ferner erschien von ihm „Setat Chachamim, oder Erklärung der in den Talmuden u. s. w. vorkommenden pers. und arab. Wörtero (Lpz. 1846; Nachtrag 1847). Hauptsächlich beschäftigte ihn die Geschichte der jüd. Litteratur und namentlich die Kabbala. Dahin gehören die Schriften: «Beiträge zur Geschichte der Kabbalas (Heft u. 2, Lpz. 1851 —52), «Auswahl kabbalistischer Mystiko (Lpz. 1852), „Philosophie und Kabbalav(Lpz. 1854). Am meisten verbreitet sind seine Bet ha-Midrasch, Sammlung kleiner Midraschimo (Bd. 1—4, Lpz. 1853—57; Bd. 5 u. 6, Wien 1873 - 77) und Der jüd. Stamm. Studien und Skizzeno (Wien 1869). Dazu kamen in neuester Zeit: Der juüd. Stamm in nichtjüd. Sprichwörterno (2 Tle., Wien 1881—82), zehn bibliogr. Monographien unter dem Titel «Kontresimo in hebr. Sprache (Wien 1877—84) und andere Schriften. Sein jüngerer Bruder, Hermann J., geb. 22. Jan. 1823 zu Drslowitz in Mähren, widmete sich seit 1842 zu Leipzig philos. Studien. Infolge lebhafter Teilnahme an den Parteikämpfen auf polit. und kirchlichem Gebiete im Winter 1847 aus Leipzig ausgewiesen, wandte er sich nach Berlin, wo ihn dasselbe Schicksal traf, dann Anfang 1848 nach seiner Heimat. Bald darauf führte ihn die Märzrevolution nach Wien, wo er mehrfach in Tagesblättern wirkte. Obschon er im Oktoberaufstande nicht persönlich gegen die kaiserl. Truppen kämpfte, wurde er doch verhaftet, 22. Nov. 1848 vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt und am 23. Nov. mit seinem Genossen Becher 116