FeedAllisli (Jos. Franz von)
ReligionBrockhaus 1882

Allisli (Jos. Franz von), namhafter kath. Theolog, geb. 10. Aug. 1793 zu Sulzbach, besuchte das Gymnasium daselbst und studierte zu München, Amberg und Landshut, trat 1815 in das bischöfl. Seminar zu Regensburg, ward 1816 zum Priester geweiht und ging 1818 auf zwei Jahre nach Wien, um sich den orient. Sprachen zu widmen, dann nach Rom und Paris. Seit 1821 Privatdocent, ward er 1823 außerord., 1825 ord. Professor des Bibelstudiums in Landshut, von wo er 1826 an die Universität nach München versetzt ward. Er mußte aber wegen Kränklichkeit 1835 sein Lehramt niederlegen, ward hierauf erst Domkapitular zu Regensburg, 1838 Dompropst in Augsburg und starb daselbst 22. Mai 1873. Sein litterarischer Ruf gründete sich vor allem auf seine mit Anmerkungen versehene Kübersetzung der Heiligen Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Vulgata v (6 Bde., Nürnb. 1830; 4. Aufl., 3 Bde., Regensb. 1871), die durch ihre päpstl. Approbation vorzüglich darauf berechnet war, unter den Katholiken in Deutschland verbreitet zu werden. Unter seinen übrigen Schriften sind hervorzuheben: „Biblische Altertümer» (Bd. 1, Landsh. 1825), „Leben Jesup (Landsh. 1840), Handbuch der biblischen Altertumskunden (Landsh. 1841).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 438Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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