Jellachich de Buzim (Joseph, Graf), österr. Feldzeugmeister und Banus von Kroatien, geb. 16. Okt. 1801 zu Peterwardein, erhielt auf der Theresianischen Ritterakademie zu Wien seine Erziehung und trat 1819 in das 3. Dragonerregiment als Unterlieutenant ein. Er stieg bis 1841 zum Obersten des 1. Banal-Grenzregiments auf, mit welchem er 1845 gegen die Bosnier einige Gefechte bestand. Die Kroaten erbaten sich 1848 J. als Banus, und der Kaiser ernannte denselben gleichzeitig zum Feldmarschalllieutenant und kommandierenden General des vereinigten Banal-Warasdiner-Karlstädter Kommandos. Gestützt auf das slaw. Element, wirkte nun JI. den magyar. Tendenzen entgegen, und vergebens bemühte sich der magyar. Einfluß, den Banus zu beseitigen. An dem offenen Bruche mit Ungarn und den folgenden Ereignissen hatte J. den wichtigsten Anteil. Er überschritt mit 40000 Mann Grenztruppen im Sept. 1848 die Drau und eröffnete damit den Krieg. Nach einem blutigen Gefecht bei Ofen schloß er einen dreitägigen Waffenstillstand, währenddessen er nach Wien abzog, wo er sich mit den zur Unterwerfung der Hauptstadt versammelten Truppen vereinigte. J. wirkte mit zur Einnahme von Wien und kämpfte auch in dem Treffen bei Schwechat gegen die Ungarn. Im Winterfeldzuge 1848/49 fehlie J. unter dem Fürsten Windischgrätz und beehligte den rechten Flügel; er nahm Altenburg und Raab und schlug die Ungarn bei Moor. Im März 1849, nachdem bereits Ofen gefallen war, zum seme Drupen ernannt, erhielt er den Auftrag, eine Truppen mit der Südarmee zu vereinigen und dort die Leitung zu übernehmen. Anfangs erlangte er einige Vorteile über Bem, drängte diesen über die Römerschanze und den Franzenskanal zurück, erstürmte Neusatz und besetzte die Bäcska. Aber der Angriff, den er 14. Juli 1849 auf die uberlegene ungar. Armee bei Hegyes unternahm, ward mit ansehnlichem Verluste abgeschlagen und sah sich zum Rückzug hinter die Donau gezwungen. ein durch Krankheiten geschwächtes Heer nahm an der im Aug. 1849 erfolgenden Entscheidung keinen unmittelbaren Anteil mehr. Nach Beendigung des Kampfes kehrte er nach Agram als Banus zurück, war Civil- und Militärgouverneur von Kroatien und Slawonien, übte jedoch wenig Einfluß mehr. Er erhielt den Oberbefehl über das Beobachtungsheer, welches Osterreich im Febr. 1853 gegen Montenegro zusammenzog, und wurde 1855 in den erblichen österr. Grafenstand erhoben. In letzter Zeit physisch wie geistig zerrüttet, starb er 19. Mai 1859 zu Agram. J. hat auch eine Sammlung „Gedichtes (Wien 1851) veröffentlicht. ranz, Freiherr von I., der Vater des vorigen, österr. General, geb. 4. Febr. 1746 zu Petrinia aus alter kroat. Familie, trat 1763 bei dem ersten Banal-Grenzregiment in das österr. Heer, wohnte 1789 dem Türkenkriege bei und zeichnete sich, seit 1794 Oberst des kroat. Scharfschützenkorps, bei der Rheinarmee, sowie 1796 unter dem Khenerah Karl rühmlichst aus. Im Febr. 1797 zum Generalmajor befördert, verteidigte er 22. und 23. März 1799 Feldkirch gegen Oudinot und Massena. Im Okt. 1800 ward J. zum Feldmarschalllieutenant und zum Divisionär in Peterwardein, nachher in Karlstadt ernannt. Bei dem Ausbruch des Kriegs von 1805 sollte er wiederum Vorarlberg verteidigen, wurde aber infolge der Kapitulation von Ulm in seiner Stellung bei Feldkirch umgangen. Hierauf trat J. in den Ruhestand, that jedoch 1808 als Divisionär zu Agram wieder für kurze Zeit Dienst. Er starb zu Szala-Apathy 7. Febr. 1810.