Jonecs (John Paul), Seeheld und Begründer der Marine der Vereinigten Staaten von Nordamerika, geb. 6. Juli 1747 zu Arbigland in Schottland, kam 1759 zu einem Kaufmann nach Whitehaven in Cumberland in die Lehre, und ein Jahr später reiste er im Auftrage seines Herrn nach den amerik. Kolonien. Nach beendigter Lehrzeit trieb er kurze Zeit Sklavenhandel und machte dann als Kauffahrer verschiedene Reisen in die westind. Gewässer. Beim Ausbruch des amerik. Unabhängigkeitskriegs bot er 1775 dem Kongreß seine Dienste an. Er wurde Lieutenant an Bord der Brigg Alfred, bald darauf Kapitän über das Schiff Providence. Mit der kleinen, aus etwa sechs Schiffen bestehenden Flotte des Kongresses begann er nun die ersten kühnen und erfolgreichen Kämpfe gegen die brit. Seemacht. Im Nov. 1777 wurde er nach Frankreich geschickt, um daselbst ein größeres Kommando zu übernehmen. Da jedoch die franz. Regierung mit der Kriegserklärung an England zögerte, so unternahm g. 10. April 1778 von Brest aus mit der Korvette Ranger von 18 Kanonen einen Kreuzzug gegen die nördlichen brit. Küsten auf eigene Hand. Er landete in Whitehaven, zündete daselbst mehrere Schiffe an, vernagelte die Kanonen und nahm das Schloß des Grafen Selkirk. Die Erpedition endete mit der Wegnahme der brit. Korvette Drake an der irländ. Küste. Im Aug. 1779 erhielt J. ein großes Schiff von 40 Kanonen, den Richard, und wurde Commodore eines aus franz. und nordamerik. Schiffen zusammengesetzten Geschwaders. Der eigentliche, gegen Liverpool gerichtete Anschlag scheiterte. Doch setzte J. die ganze brit. Küste in Schrecken, nahm 23. Sept. nach einem furchtbaren Kampfe allein das überlegene brit. Schiff Serapis und brachte es in den Texel. Mit 350 Kriegsgefangenen und reicher Beute kehrte er nach Brest zurück. Auf Einladung der Kaiserin Katharina II. trat er später als Kontreadmiral in russ. Dienste und trug 1788 wesentlich zum Siege über die türk. Flotte bei. Doch die Eifersucht Potemkins und des Prinzen von Nassau bewog ihn, schon im nächsten Jahre Rußland wieder zu verũassen. Er zog sich nach Paris zurück und starb daselbst fast vergessen 18. Juli 1792. Die unter seinem Namen erschienenen Mémoireso (Par. 1789; 2 Bde., Edinb. 1830) dürften wohl kaum authentisch sein. Seine Biographie lieferten Sherburne (Washingt. 1826) und Simms (Neuyork 1845). In Romanen wurde sein abenteuerliches Leben unter andern von Cooper (The piloto, 1823), Allan Cunningham (Paul J.», 3 Bde., Lond. 1826; deutsch von Lindau, 3 Bde., Dresd. 1827—28) und Alex. Dumas (Le capitaine Pauly) behandelt. ö zones (Owen), engl. Architekt und Kunstschriftsteller, geb. 1809 in Wales, widmete sich dem Baufach und verbrachte mehrere Jahre auf Reisen im südl. Europa und Ägypten. Nach seiner Rückkehr veröffentlichte er das PrachtwerkPlans, elevations and sections of the Alhambrav (Lond. 1842), ferner »ODesigns for mosaic and tesselated pavementso und «Views on the Nile from Cairo to the second cataracto (Lond. 1843). Bei Imton9e0 des zur Welt-Industrieausstellung bestimmten Gebäudes in Hydepark, 1850, ward ihm die Ausschmückung der innern Räume übertragen, die er mit so glänzendem Erfolg ausführte, daß er 1852 einen ähnlichen Auftrag bei dem neuen Krystallpalast zu Sydenham erhielt. Nach seinem Plane wurden die verschiedenen Säle erbaut und eingerichtet, die er in den Handbooks to the Grecian, the Alhambra, and the Egyptian courts of the Crystal Palaceo beschrieben hat. In den polychromatischen Verzierungen der Skulpturen des Griechischen Hofs führte er die Ideen aus, die er bereits in dem Attempt to defend the principles which should regulate the employment of colours in decorative arto (Lond. 1851) entwickelt hatte. Die unter seiner Aufsicht errichtete prachtvolle St.⸗James-Hall in Piccadilly erhöhte seinen Ruf als geschmackvoller Dekorateur. über den artistischen Teil der Weltndustrieausstellung berichtete J. in der vortrefflichen AIntroduction to the Catalogue of the department of practical arto (Lond. 1852). Sein Hauptwerk ist jedoch die &Grammar of ornamenty (Lond. 1856), welche 100 von ihm selbst entworfene Illustrationen enthält und zu den schönsten Erzeugnissen der typographischen und chromolithographischen Kunst gehört. Außerdem veröffentlichte er: „One thousand and one initial letterso (1864) und „Examples of Chinese ornamento (1866—67). Er starb 19. April 1874. Joues (Sir William), berühmter Orientalist, geb. 28. 7 1746 zu London, besuchte die Universität zu Orford, wo er sich dem Studium der morgenländ. Litteratur widmete, war dann Erzieher jungen Grafen Spencer, bereitete sich seit 177⁰0 zum Rechtsgelehrten vor, wurde 1783 zum Richter am Obertribunal in Kalkutta ernannt und bei dieser Gelegenheit in den Ritterstand erhoben. Indien beschäftigte er sich mit der wissenschaftichen aes Hedeln des Landes, gründete 1784 die Asiatische Gesell chaft in Kalkutta und studierte eifrig die Sanskritsprache. Sein ganzes Leben war von dem Gedanken beseelt, den Orient und Occident in engere geistige Verbindung zu bringen. J. starb 27. April 1794. Von seinen Arbeiten sind zu erwähnen: „Grammar of the Persian languager (Lond. 1771; 9. Aufl. 1809), Poëseos Asiaticae commentariio (Lond. 1774; wieder abgedruckt von Eichhorn, Lpz. 1777⁷7), die Ausgabe und lUibersetzung der Moallakat, or seven Arabian poemso (Lond. 1783), die übersetzung von Kalidasas „Sakuntalav (Kalkutta 1789 und der „Gesetzes des Manu (Ralkutta 179⁴), zahlreiche Beiträge zu der von ihm herausgegebenen „Asiatic Miscellanyn (3 Bde., Kalkutta 1785—88) und den Asiatie Researchesd (Kalkutta 1788). Eine vollständige Ausgabe seiner Schriften besorgte seine Witwe (6 Bde., Lond. 1799). Die von ihm nachgelassenen Sammlungen kamen an Colebrooke (f. d.), der daraus unter anderm die Digest of Hindoo lawo herausgab. Pgl. J.“ Biographie von Lord Teignmouth (Lond. 1801; neue vermehrte Ausg. von Wilks, 2 Bde., Lond. 1840).