FeedJünger (Joh. Friedr.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Jünger (Joh. Friedr.), deutscher Lustspieldichter, geb. 15. Febr. 1759 zu Leipzig, widmete sich anfangs (1773—77) in Chemnitz dem Handel, studierte dann in Leipzig bis 1780 die Rechte, wendete sich indes später ganz den schönen Wissenschaften zu. Nachdem er kurze Zeit Hofmeister zweier Prinzen gewesen, ging er nach Weimar und 1787 nach Wien, wo er 1789 als Hoftheaterdichter angestellt, 1794 jedoch entlassen wurde. Später verfiel er in Melancholie und starb 25. Febr. 1797. Seinem ersten Romane oHuldreich Wurmsamen von Wurmfelde (3 Bde., Lpz. 1781—87) schloß sich eine Reihe anderer Romane an, die mit dem vielgelesenen (Fritzo (4 Bde., Lpz. 1796—97) endeten. Am beifälligstenwurden aufgenommen: „Der kleine Cäsars, ein komischer Roman nach dem Englischen (3 Bde., Lpz. 1782), und Vetter Jakobs Launeno (6 Bde., Lpz. 1786—92). Größere Verdienste als im Roman erwarb sich J. um die deutsche Bühne, da er sich mit Glück fremde Stoffe zu eigen zu machen wußte. JI.s Lustspiele erschienen in drei Sammlungen, als Lustspieles (5 Bde., Lpz.1785—89), als Komisches Theatero (3 Bde., Lpz. 1792-95) in der Deutschen Volksbibliothek' (2 Bde., Lpz. 1861), als (Theatralischer Nachlaß' (2 Bde., Regensb. 1803—4); seine „(Gedichtes gab Eck heraus (Lpz. 1821).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 923Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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