Jungmann (Jos.), bedeutender böhm. ⸗czech. Sprachforscher und einer der Hauptbegründer der modernen czech. Litteratur, geb. zu Hudlitz in Böhmen 16. Juli 1773, studierte 1793 —99 in Prag Philosophie und Jurisprudenz und wurde 1800 am Gymnasium zu Leitmeritz angestellt, 1815 Humanitätslehrer am altstädter Gymnasium in Prag und 1835 hier Präfekt. Seit 1845 in den Ruhestand versetzt, starb er 16. Nov. 1847 zu Prag. J. hatte sich neben seinen Berufsgeschäften der neu⸗( erwachenden czech. Litteratur gewidmet und wirkte namentlich nach der formalen vaumächtt durch d von Vers und poetischer Diktion), zunächst durch übersetzungen, z. B. von Chäteaubriands KAtalav (Prag 1805) und von Miltons Paradise loste (2. Aufl., Prag 1842), ferner durch Originalarbeiten in Vers und Prosa (seine gesammelten Werke dieser Gattung erschienen 1842), sowie durch das Werk «Sloves nosto, eine Theorie der Redekünste mit Chrestomathie. Seine Hauptwerke indes, wodurch er sich auch über den engern Kreis der czech. Litteraturbestrebungen hinaus bleibende Verdienste erworben e hat, sind: Mistorie literatury eskén (1825:2. Aufl., Prag 1849), ein chronol. und sachlich geordneter“ Katalog der czech. Litteratur mit orientierenden [! Einleitungen zu den einzelnen Perioden; ferner Wörterbucho, 5 Tle., Prag 1835—39), das ausführlichste ezech. Wörterbuch, das die gesamte Geschichte der Sprache umfaßt und bis jetzt unübertroffen ist. ungmaß, s. unter Altmaß. üngster Tag, Jüngstes Gericht oder Weltgericht bezeichnet in der kirchlichen Dogmatik das bei der Wiederkunft Christi mit der allgemeinen Totenerweckung eintretende Ende der gegenwärtigen Weltperiode. Im Anschlusse an die jüd. Erwartungen vom Weltgericht und die urchristl. Hoffnung auf die Wiederkunft Christi bildete sich schon im apostolischen Zeitalter die Vorstellung von dem dereinstigen Weltenrichteramt Christi über Gute und Böse. Die Offenbarung des Johannes hat diese Erwartung noch weiter dahin ausgebildet, daß der Messias zunächst die Frommen erwecken und!mit diesen, sowie mit den noch lebenden Gerechten und den inzwischen sich Bekehrenden in dem von ihm gestifteten irdischen Reiche 1000 Jahre lang leben werde. Am Schlusse dieser Periode soll ein neuer, furchtbarer Kampf mit dem Satan losbrechen, doch mit dem Siege des Messias enden, und nun die allgemeine Auferstehung der Toten und das Jüngste Gericht über die Völker erfolgen, damit aber das ewige, göttliche Reich mit dem neuen Himmel und der neuen Erde seinen Anfang nehmen. Mit den Symbolischen Büchern der prot. Kirche blieben allgemein die Theologen der ältern Zeit bei der Bestimmung stehen, daß Christus am Ende aller Dinge kommen werde, um über Lebende und Tote Gericht zu halten. Spätere Theologen ielten zwar die Vorstellung von einem sichtbaren kte Jesu fest,‚ erklärten aber alles andere, was sonst bei dem Gericht am Jüngsten Tage erfolgen soll, für Bilder, die von menschlichen Gerichten entlehnt seien, und die man folglich nicht eigentlich zu nehmen habe. Da sich indes das eine von dem andern nicht trennen läßt, so betrachtet die freie Theologie der Gegenwart die dereinst sichtbare Erscheinung Jesu zum Weltgericht ebenso wie die übrigen Zukunftserwartungen nur als ein Bild der fortwährend durch den Geist Jesu sich vollziehenden Scheidung unter den Menschen, oder als Symbol des unaufhaltsam siegenden Gottesreichs, wogegen die neue Orthodoxie jene Bilder sämtlich wieder buchstäblich faßt. Der Jüngste Tag ist sehr oft Gegenstand der künstlerischen Darstellung geworden. Als die hervorragendsten Kunstwerke sind in dieser Beziehung zu nennen: Michel Angelos Jüngstes Gericht in der Sixtinischen Kapelle zu Rom und das von Cornelius in der Ludwigskirche zu München. Vgl. Jessen, Die Darstellung des Weltgerichts bis auf Michel Angelos (Berl. 1883). uni, s. Junius. unikäfer (Rhizotrogus solstitialis), auch Brachkäfer, heißt ein dem Maikäfer nahe verwandter, indes nur halb so großer Käfer von mattgelbbrauner Farbe und mit teilweise starker Behaarung, der in Mitteleuropa in manchen eheblich schade. als Larve der Wintersaat erheblich