Jütland (dän. Jylland), eine dän. Provinz, die, den nördl. Teil der Cimbrischen Halbinsel bildend, westlich von der Nordsee (der Westsee der Dänen), nördlich vom Skager-Rack, östlich vom Kattegat und südlich von Schleswig begrenzt wird. Mit den ½%½½½½ Inseln, Hirtsholmene, Laesö, An-Fau Hielm, Thunö und Endelave im Kattegat, nö und Manö in der Nordsee, umfaßt das Land 25265 akm mit (1880) 868511 E. In der Mitte wird J. nach Osten hin von dem niedrigen Höhenzuge durchzogen, welcher die ganze Cimbrische Halbinsel ihrer Länge nach durchstreicht und in der jütländ. Ahlheide (s. d.) im Eiersbavnehöi bis auf 160 m sich erhebt. Auf der Ostseite ist das Land lichen 1 und steil ins Meer abfallend, auf der westichen und nördlichen aber flach und längs der Küste von niedrigen Dünen und einem Streifen Flugsand umgeben. Der Boden, auf einer Unterlage von Gips und Kreide beruhend, welche auf der Ostseite, durch viele malerische Einschnitte (Fiorde) zerrissen, bis ans Meer hinantreten, ist auf dieser Seite höchst Dear wa und mit schönen Laubholzwaldungen beeckt, während die Mitte viele Moore und Heiden, doch zwischen diesen auch wohlbebaute Strecken hat, und die flache, kahle West⸗ und Nordseite sich steril zeigt und viel von Flugsand leidet. Der nördlichste, ödeste Teil von J., der in der Landspitze Skagen endigt, ist durch den Durchbruch der Landenge, welche auf der Westseite den tief in das Land eindringenden Liimfjord (s. d.) von der Nordsee trennte, zur völligen Insel geworden. Das Land hat mehrere kleine Flüsse, von denen der Guden-Aa der bedeutendste ist, und einige zum Teil sehr schöne Landseen. Das Klima kommt mit dem Dänemarks und Schleswigs überein, ebenso die übrige Naturbeschaffen109 und die Produkte. Die Ostseite I.s erweist sich ehr reich an Getreide, Rindvieh und ferden, welche usammen die Hauptgegenstände der Ausfuhr bilen. Auch findet sich Überall vortrefflicher Torf, und an den Küsten ist die Fischerei nicht unbeträchtlich. Die Industrie des Landes beschränkt sich nur auf den innern Verbrauch. Die Bevölkerung ist, abgerechnet einige deutsche Kolonisten und wenige Zieuner, die unter dem Namen Tattere ein kümmeriches Vagabundenleben fristen, dän. Stammes. Das Land wird in neun Amter geteilt, benannt nach den Städten Aalborg, Hjörring, Thisted, Viborg, Randers, Aarhus, Veile, Ringkjöbing und Ribe. (Bgl. Karte: Dänemark, Bd. IV, S. 841.) Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IX. In den ältesten Zeiten sollen die Cimbern in J. Penaumt haben, nach denen noch die ganze Halbinsel enannt wird. In den ersten den Juten ebe des Mittelalters war das Land von den Füten (bei den Angelsachsen Geotas) besetzt, einem Volke sächs. Stammes, das von eigenen Königen beherrscht wurde. Die Jüten siedelten zum Teil nach England über und führten später noch als Verbündete der Sachsen Kriege mit Karl d. Gr. Gegen Ende des 9. und zu Anfang des 10. Jahrh. bemächtigten sich die Dänen unter dem Könige Gorm des Landes, das seitdem ein Bestandteil des Königreichs Dänemark geblieben ist. Die ursprüngliche sächs. Bevölkerung ist schon frühzeitig in der eingewanderten dänischen aufgegangen, sodaß die heutigen Jüten einen Dialekt des Dänischen reden, der jedoch viele sächs. Eigentümlichkeiten bewahrt hat. Vgl. Wittken, «Studien über J.v (Berl. 1865). ö