H. E. I. O. (S.), Abkürzung für Honourable East India Companycs Service), d. h. (In der) Ehrenwerteln) Ostindischeln) Kompagnie (Dienst). Heide oder Haide nennt man in dem großen nordgerman. Tieflande die sich oft über weite Flächen erstreckenden, im allgemeinen ebenen Landstriche, welche meist sandig, trocken und unfruchtbar, stellenweise wohl auch sumpfig oder moorig sind, nur an einzelnen begünstigten Orten einen spärlichen Anbau gestatten und in der Regel eine sehr gleichmäßige und einförmige Pflanzendecke tragen. Dieselbe besteht meist aus Gräsern und Heidekraut (Calluna vulgaris), in einzelnen Strichen jedoch auch vorherrschend aus Nadelwald. Die H. des nördl. Deutschlands sind stets niedrige, plateauartige Bodenschwellen, die sich selbst bis zu einigen 30 m über die Küstenebenen oder die benachbarten Thalsenkungen der Stromläufe erheben. Ein ganzer, nur wenig unterbrochener Zug von H. erfüllt, bereits im Norden des Liimfjord beginnend, in Form eines breiten Gürtels das Innere von Jütland (Ahlheide) und streicht dann, schmaler geworden, durch Schleswig und Holstein der Elbe zu. Auf dem linken Ufer der Elbe breitet sich die große Lüneburger H. aus, wohl die ausgedehnteste eigentliche Heidastrecke Deutschlands, die sich zwischen dem linken Elbufer, der Aller und der Ilmenau bis zu 110 meerhebt. Andere umfangreichere H. des nordgerman. Tieflandes sind der Huimling östilich der Ems im Meppenschen, die waldreiche Dübener und Torgauer H. in der preuß. Provinz Sachsen, die Konitzer oder Tucheler H. mit einem 110 Kkm langen Kiefernwalde im preuß. Regierungsbezirk Marienwerder. Die Pußten in Ungarn sowie die Steppen (s. d.) des südl. Rußland und des nordwestl. Asien zeigen eine den H. ähnliche Natur. Heide, Pflanzengattung, s. Calluna und Erica. [Heiden. Heide, im Gegensatz zu Christ und Jude, s. Heide, Kreisstadt des Kreises Norderdithmarschen in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, Station der Linie aund Eudount berte der Westholsteinischen Bahn und Endpunkt der Linie Elmshorn-9. der Holsteinischen Marschbahn, und H.⸗ Büsum, auf einem zwischen der Marsch und der Moorniederung sich hinziehenden Heidep ateau, ist Sitz eines Landratsamts, eines Amtsgerichts und eines Steueramts, zählt (1880) 7485 meist evang. CE. und hat Cigarren⸗ und Tabakfabrikation, Olschlägerei, Kornmühlenbetrieb, Gerbereien, Fabrikation landwirtschaftlicher Maschinen. Auch werden hier bedeutende Pferde⸗ und Viehmärkte abgehalten. H. entstand um 1420 und war seit 1447 Hauptort der Bauernrepublik Dithmarschen, bis es 1559 nach dem letzten unglücklichen Kampfe der Dithmarschen für ihre Freiheit (13. Juni bei H.) von den Dänen und den Herzögen von S leswig-Holstein eingenommen wurde. H. ist Geburtsort des plattdeutschen Dichters Klaus Groth. Heideck, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Mittelfranken, Bezirksamt Hilpoltstein, an der obern leift in 408 m Höhe, 12 kmeim ONO. von Pleinfeld, am Nordfuße des Schloßbergs, zählt 970 E. Heideck (Karl Wilh., Freiherr von), genannt Heidegger, bayr. Staatsmann und Landschaftsmaler, geb. 1788 zu Saaralben in Lothringen, besuchte seit 1801 die Militärakademie zu München, wo er sich auch in den zeichnenden Künsten ausbildete. Er wurde 1805 bayr. Artillerielieutenant, wohnte den Feldzügen von 1805, 1806 und 1803 gegen Ostreich, Preußen und Tirol bei, ging 1810 als Freiwilliger zum franz. Heere nach Spanien, und kehrte von dort erst 1813 nach Bayern zurück, wo er zum Major befördert wurde. Seit 1816 begann er sich in der Ilmalerei zu versuchen. Als Oberstlieutenant ging er mit Bewilligung des Königs 1826 nach Griechenland, wo er bis zur Ankunft des Präsidenten Kapodistrias an der Spitze der Kommission zu Napoli stand, welche die nach Griechenland gesandten Unterstützungen verwaltete. Außerdem nahm er im Febr. 1827 an der en,, undn zum Entsatz der Akropolis von Athen teil, und bald darauf führte er den Oberbefehl über das Geschwader, welches in dem Kanal von Negroponte die Magazine der Türken zerstörte. Kapodistrias übertrug ihm im März 1828 das Kommando von Napoli di Romania, bald darauf auch das Militärgouvernement von Argos. Nach Fabviers Ruckehr nach Frankreich fiel ihm überdies noch die Organisation der Taktiker zu, mit der obersten Leitung der Centralmilitärschule und der Aufsicht über alle Militäranstalten. Seiner Gesundheit wegen verließ er 18²⁸ Griechenland; er wurde 1829 zum Obersten im Generalquartiermeisterstabe der bayr. Armee ernannt, beschäftigte sich aber meist mit der Malerei und lieferte viele Landschaften und Genrebilder. Auch versuchte er sich in der Freskomalerei, indem er in der Glyptothek in München das Viergespann am Wagen des Helios ausführte. Seine Zeichnungen und Skizzen sind vortrefflich, höchst geistreich, treu und charakteristisch. Die Erhebung des Prinzen Otto von Bayern auf den griech. Königsthron brachte ihn abermals nach Griechenland. Schon früher als bayr. Kämmerer angestellt, wurde er zum Generalmajor und Mitglied der Regentschaft des griech. Staats während der Minderjährigkeit des Königs Otto ernannt, in welcher Stellung er sich Verdienste um die Beruhigung des Staats, das Militärwesen und den Verteidigungszustand erwarb. Nach dem Eintritt der Volljährigkeit des Königs Otto begab er sich 1835 nach München zurück, wo er wieder in seine frühere Stellung eintrat und 1844 zum Freiherrn erhoben wurde. Später ward H. zum Generallieutenant befördert und 1850 als Referent im Kriegsministerium angestellt. Er starb 21. Febr. 1861 zu München.