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AllerleiBrockhaus 1882

Kabel nennt man im Seewesen allgemein dicke Taue, die einmal einen Umfang von über 15 em haben und sodann in einer bestimmten Weise geschlagen sind. Gewöhnliches Tauwerk besteht aus dünnen Hanffäden, den Kabelgarnen. Diese haben fast stets dieselbe Stärke und werden in Stränge, welche Duchten heißen, zusammengedreht, wobei die Zahl der Garne die Dicke des Tauwerks bestimmt. Drei oder vier solcher Duch— ten werden dann zusammen geschlagen und bilden das Tau. Bei K. werden jedoch drei solche Taue, die dann in diesem Falle als Bestandteil des K., Kardeelen heißen, noch einmal und zwar den entgegengesetzten Weg, wie die Duchten zusammen geschlagen und man nennt diese Manier Kabelschlag, während die Anfertigung aus drei oder vier Duchten Trossen-oder Waatschlag heißt. Kabeltaue nannte man früher die Ankertaue, tißt, sind unter C aufzusuchen. welche bei großen Schiffen einen Umfang bis zu 60 und mehr Centimeter hatten. Seit 50 Jahren sind sie allgemein durch Ankerketten verdrängt. Kabelgatt eißt an Bord von Schiffen derjenige Raum im untern Schiffe, wo früher die Kabeltaue, jetzt aber das Tauwerk im allgemeinen aufbewahrt wird. Kabellänge ist die Länge, welche die Antertaue früher hatten. Sie betrug 120 Faden à 6 Fuß, mithin 720 Fuß. Seit Einfuhrung des Metermaßes rechnet man für eine Kabellänge 185 m (genau 185, m), d. h. den zehnten Teil einer Seemeile, welche 1855 m mißt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 950Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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