Lauff-Tuch, Qver-Tuch, Wird bey der Jägerey dasjenige Tuch genennet, welches die Qvere zwischen dem Jagen und dem Lauff stehet, und, wenn das Wildpret auf den Lauff soll gejaget werden, aufgehoben oder zusammen gezogen wird. Dieses Lauff-Tuch, welches einiger massen mit dem Vorhang einer Comödie verglichen werden möchte, ist eben so lang und hoch im Stellen mit aller Zubehör, wie die hohen Tücher, es haben auch die Furckeln grosse und kleine Hefftel, Ober- und Unter-Leine nebst Wind-Leinen etc. Es wird, wenn das Jagen noch zu ist, gleich einem hohen Tuche, an dem Ort, wo der Lauff-Platz kommen soll, gestellet, und kan man wol auch eines von den hohen Tüchern hierzu gebrauchen. Nemlich weil die Länge 200 Ellen austragen soll, so lässet man allezeit die Leinewand oder das Tuch bey 40 Ellen von oben bis unten von einander schneiden, und an diese Oerter rechte Wechsel mit Knebel und Ringen machen, also kommen vier gantze Wechsel und an iedem Ende ein halber, doch muß an den Wechseln das nöthige über einander gehen und besäumet werden: Weil nun in der Länge etwas abgehet, darff solches nur mit 9 Furckeln, und mit so viel Wind-Leinen eingetheilet werden. Vor Oeffnung des Jagens müssen alle die Knebel losgemachet, und an iedes Ende ein Mann, bey iedem Wechsel aber 2 Mann geordnet werden, daß sie inwendig des Tuchs nach dem Lauffe zu stehen, damit, wenn der Jäger-Meister mit dem Hut wincket, das Jagen aufzumachen, dieselben geschwinde mit dem Tuch lauffen, und es aufziehen mögen. Die, so es aufgezogen haben, wickeln sich in das Tuch, und stehen stille inwendig nach dem Lauff; sehen aber allezeit nach dem Jäger-Meister, ob sie auf- oder zuziehen sollen, und damit es desto geschwindern Fortgang habe, wird an iedem Wechsel, bey einem Mann ein schwaches Stäblein eingefasset, welcher es daran oben und unten zugleich im Ringe ziehen kan, auch wird die Unter-Leine nicht angepflöcket, sondern vielmehr bey den 4 gantzen Wechseln etwas unterleget, daß die Ringe desto besser lauffen können, weswegen solches auf einem ebenen Platze zu machen, woselbst alles hinderliche Gras weggeräumet werden muß.