FeedKacheln
AllerleiBrockhaus 1882

Kacheln nennt man die einzelnen Bestandteile thönerner ofen, aus denen der Hauptkörper der letztern zusammengesetzt ist. Sie bestehen aus gebranntem Thon, sind an der Vorderseite entweder eben (Plattkacheln), oder mit Vertiefungen (Napfkacheln), oder mit Reliefs versehen und in der Regel glasiert, auf der Rückseite dagegen mit einem erhöhten, umgebogenen Rand, dem als, Rumpf oder Zarge versehen. Die unglasierten matten K. nennt man Biskuit⸗, die glasierten S melzkacheln. Letztere werden vor dem Glasieren au einer eisernen Platte mit Sand abgeschliffen. Außerdem unterscheidet man Eck⸗, Fries⸗, Simskacheln u. s. w. Der an der Rückseite befindliche Rumpf oder die Jarge verleiht den Kacheln größere Festigkeit und erleichtert das Aufsetzen, indem in die dadurch gebildeten Vertiefungen Lehm eingedrückt wird und Drähte oder Eisenblechklammern zur Verbindung der einzelnen K. eingelegt werden. Vor dem Aufsetzen werden die K. mittels des sog. Haueisens mit scharfkantigen Rändern versehen und auf einem Sandstein abgeschliffen. Das Mittelalter war in der Herstellung farbigglasierter und reich mit Ornamenten und Figuren verzierter K. sehr weit »rmißt, sind unter C aufzusuchen. vorgeschritten. Heutzutage liebt man die weißglasier— ten K., geht aber wieder zur Anwendung farbiger Kachelöfen über, welche neben dem schönern An— sehen mehr Wärmeausstrahlungsvermögen besitzen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 953Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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