Kalbskeule angeschlagen, Nehmet eine Kalbskeule, und saltzet diese ein wenig ein, hernach stecket sie an Spieß, und wenn sie abgebraten, so schneidet das braune herunter, das übrige Fleisch aber löset von denen Knochen alles herunter, unn hacket solches gantz klein; ihr sollet auch zugleich den Knochen sauber putzen und bey Seite legen. Nach diesem schneidet 1 halb Pfund guten Nierentalg darunter, und thut dieses in einen Mörsel, schlaget 4. biß 5. Eyer daran und stosset es, darnach giesset ein Paar Eß-Löffel voll guten dicken Rahm darein, auch werffet eingeweichte und wieder ausgedrückte Semmel darzu, saltzet es ein wenig, würtzet es mit Muscatenblüten, Ingber und Citronschalen, und stosset dieses alles vollends zusammen. Wenn es nun ziemlich klar ist, so schlaget mit der farce die Knochen also an. Bestreichet die Knochen mit Eyern, alsdenn leget von der farce daran, (es muß aber erstlich eine Tortenpfanne oder andere Pfanne mit Butter angeschmieret, hernach ein Bogen Papier darein geleget, und dieser auch also beschmieret werden) und schlaget sie fein proportionirlich an. Wenn dieses geschehen, so bestreichet sie mit Eyern, und giesset zerlassene Butter darüber, bestreuet sie mit klar geriebener Semmel, setzet sie in einen heissen Backofen und lasset sie backen, so könnet ihr sie sodenn warm zu Tische tragen lassen, oder Brühe darunter geben, oder auch in eine Potage legen. Viele haben die Art, wenn sie halb gar gebacken, daß sie solche heraus nehmen und mit Pinien bestecken: dieses halte ich aber nicht vor gut denn in währender Zeit, da ich doch unter einer Viertelstunde nicht fertig werde, setzet sich das Fett so in der Keule ist, und kan darnach zu seinem rechten Auffgehen nicht wieder gelangen: zu dem ist auch dieses nicht mehr mode. Wenn ihr solche wollet anrichten, so thut sie mit dem Papier in eine Schüssel, und ziehet das Papier hervor, so ist es recht und fertig zum Aufftragen.