Abegg (Jul. Friedr. Heinr.), namhafter deutscher Kriminalist, geb. 27. März 1796 zu Erlangen, studierte die Rechte zu Erlangen, Heidelberg und Landshut, begann 1820 zu Tanperord Vorlesungen u halten und wurde 1821 außerord., 1824 ord. Professor daselbst. Seit 1826 wirkte er in gleicher Eigenschaft ununterbrochen an der Universität zu Breslau, wo er als Geh. ben 29. Mai 1868 starb. A.s schriftstellerische Arbeiten beziehen sich vorzugsweise auf das Gebiet des Kriminalrechts und des Kriminalprozesses, doch at er auch einzelne Teile des Naturrechts und des ivilprozesses, namentlich des preußischen, bearbeitet. So verfaßte er den Versuch einer Geschichte der preuß. Civilprozeßgesetzgebung» (Breslau 1848). Außerdem sind zu nennen: „Lehrbuch des Kriminalprozesses v (Königsb. 1825; 2. Aufl. 1833), „Histor.⸗praktische Crörterungen aus dem Gebiete des strafrechtlichen Verfahrenso (Berl. 1833), «Die vers chiedenen Strafrechtstheorieno (Neust. a. d. O. 1835), Die Berechtigung der deutschen Strafrechtswissenschaft der Gegenwarto (Braunschw. 1859), «über die Verjährung rechtskräftig erkannter Strafen (Bresl. 1862). In allen 194 Leistungen zeigte A. das Bestreben, hhilosophie 4½t und praktisches Recht der Gegenwart in ihrem Zu ammenhange darzustellen. Von diesem Standpunkte aus ist insbesondere auch sein »Lehrbuch der Strafrechtswissenschaftlagen beruhen seine kritischen Arbeiten Über eine ganze Reihe neuerer Strafgesetzentwürfe. —Bruno Erhard A., Vetter des vorigen, geb. 17. Jan. 1803 zu Elbing, widmete sich seit 1822 jurist. Studien, erst zu Heidelberg, dann zu Königsberg, wurde 1833 Landrat des Kreises Fischhausen und 1835 Polizeipräsident in Königsberg. In beiden Stellungen erwarb er sich dur vorzügliche Tüchtigkeit allgemeines Vertrauen. leichzeitig nahm er an der Entwickelung der innern Verhältnisse des Staatslebens den lebhaftesten Anteil. Ende 1845 nach Berlin versetzt, wurde er im Finanzministerium interimistisch Gib Hieh, bald darauf aber mit dem Titel eines Geh. egierungsrats als königl. Kommissar der Oberschlesischen Eisenbahn nach Breslau gesendet. Im März 1848 war A. Mitglied der Deputation, die aus Breslau und Liegnitz an den König geschickt wurde, ging dann als Abgeordneter Breskaus zum Vorparlament nach Frankfurt und trat auch in den Fünfzigerausschuß, dessen Vizepräsident er war. Vom Kreise Kreuznach wurde er hierauf in die preuß. Nationalversammlung gewählt, wo er jedoch infolge von Krankheit nur kurze Zeit thätig sein konnte. Er starb in Berlin 16. Dez. 1848.— Deinrich Burkard A., Vetter der beiden vorigen, geb. 3. Okt. 1791 zu Heidelberg, war Kommerz“ und Admiralitätsrat zu Danzig. Seit 1837 Mitglied der preuß. Provinzialstände, der in Berlin versammelten ständischen Ausschüsse von 1847 und 1848, so- wie der Vereinigten Landtage derselben Jahre, erwarb er sich den Ruf eines freisinnigen und auf4 abwei aber gemäßigten Charakters. Später lebte abwechselnd in Berlin und auf Reisen und starb 28. April 1868 zu Wiesbaden. Zum Andenken an denselben gründete die Familie die Abegg-Stiftung für gesunde ich A., Sohn des u — Georg Friedrich Heinrich A., Sohn des Kriminalisten Julius Pern sun Heinrich A., geb. 19. März 1826 in Königs128 studierte 1844—48 in Breslau und Heidelberg Medizin, wurde 1863 zweiter Lehrer an der königl. derselben, erhiett 18 zu Danzig, 1866 Direktor derselben, erhielt 1872 den Titel eines Geh. Sanitätsrats und wurde 1878 Mitglied des Medizinalkollegiums von Westpreußen. In der ärztlichen Kundert kultivierte A. besonders Gynäkologie und nderheilkunde; außer zahlreichen Abhandlungen schrieb er: „Bericht über die königl. Hebammenlehranstalt zu Danzig 1819 —68 (Danzig 1869), Zur Geburtshilfe und Gynäkologier (Heft 1, Berl. 1869; Heft 2, Danzig 1873). beille (Joh. Christian Ludw.), zapreuch, und Komponist, geb. 20. Febr. 1761 zu Bayreuth, bildete sich auf der Karlsschule zu Stuttgart unter Boroni und Sämann, ward 1782 Mitglied der württemb. Hofkapelle, nach N½½% Tode Konzertmeister, Stutt Hoforganist und starb 2. März 1838 zu tuttgart. A. war Virtuos auf dem Pianoforte und der Orgel; auch komponierte er die Opern „«Amor und Psychen und «Peter und ÄAnnchen », das «Aschermittwochliedo von Jacobi für vier Stimmen, mehrere Konzerte, Trios u. s. w.