FeedAbhaaren
TierreichBrockhaus 1882

Abhaaren oder Abhären nennt man den Haarwechsel, welcher bei einigen Säugetieren im Frühjahr mit dem Ausfallen des dichtern Winterhaares eintritt. Im Herbst, mit Beginn der rauhern Voreszeit, mehren sich die Haare bei sehr vielen Tieren, besonders beim Pferd, Hund, bei der Katze und der Ziege. Es wird ein Winterpelz dadurch erzeugt, daß von eigener Haarpapille aus, doch in ein und demselben Haarbalg, in welchem das alte Haar liegt, neben letzterm ein neues Haar gebildet wird. Man hat also in demselben Follikel ein älteres reifes und ein jüngeres unreifes Haar. Im Frühjahr lösen sich die ältern, sog. Winterhaare von der Haut, das A. beginnt, nachdem Haarzwiebeln und Haarscheiden der alten Haare abgestorben und verit diese sind; die jüngern Haare bleiben stehen. Nit diesem Haarwechsel wird die Farbe des Tiers eine hellere, als sie während der Winterzeit war; die Haardecke wird feiner, nach dem Ausfallen der ältern dickern Haare dünner und glatter. Der Prozeß gleicht dem Mausern der Vögel. Auch wie diese sind die Säugetiere während des Mauserns (hier A.) sehr empfindlich und zu katarrhalischer Erkrankung disponiert. Gute Hautpflege, Schutz vor Erkältung, Verabreichen von Leinsamenschleim und etwas Kochsalz helfen Tieren das A. leichter überstehen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 52Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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