FeedAchilles
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Achilles (grch. Achilleus) heißt in der griech. Heldensage der hervorragendste unter den Helden, welche unter Agamemnons Führung gegen Troja Uchen Er heißt durchweg der Sohn eines sterblichen Vaters (des Peleus, Königs der Myrmidonen im südl. Thessalien) und einer unsterblichen Mutter, der Meergöttin Thetis (s. d.). Nach einer den Homerischen Gedichten unbekannten, aber in einem alten Epos erzählten Sage wollte ihn seine Mutter nach der Geburt, gleich ihren frühern Kindern, um zu erproben, ob er sterblich oder unsterblich sei, in siedendes Wasser tauchen, ward aber von eleus daran ihn unt Spätere erzählen, daß ihn Thetis, um ihn unsterblich zu machen, in das asser der Styx, oder wie andere berichten, in cher si tauchte, sodaß er nur an der Ferse, an weler sie ihn gehalten Gliche verwundbar war; daher der noch jetzt gebräuchliche sprichwörtliche Ausdruck Achillesferse für die schwache Seite eines Menschen. Von Phönix erzogen, von dem Centauren Cheiron in der Heilkunde unterrichtet, zog er auf die Aufforderung des Nestor und Odysseus, dem Willen seines Vaters gemäß, in Begleitung seines Erziehers Phönix und seines vertrauten Ju-Trost. Aud Patroklos mit 50 Schiffen gegen roja. Nach einer Dichtung aus nachhomerischer Zeit brachte Thetis ihren Sohn, um ihn der Teil-Ihtom an dem Feldzuge zu entziehen, zum König Lykomedes auf der Insel Skyros, wo er in Weiberkleidern unter den Relben des Königs verborgen lebte (mit einer derselben, der Deidamia, soll er den Neoptolemos erzeugt haben), bis durch einen listigen Anschlag des Odysseus, der Waffen zwischen weiblichem Putz vor den Mädchen ausbreitete und plötzlich das Signal zum Kampfe blasen ließ, sein Geschlecht entdeckt und er bewogen wurde, sich dem Heerzuge der Griechen anzuschließen. Während der jahrelangen Belagerung von Ilion unternahm er zahlreiche Plünderungs-und Croberungszüge egen verschiedene andere Städte der Landschaft roas; von einem solchen Zuge gegen die Stadt Lyrnessos brachte er die schöne Briseis mit. Wegen dieser entzweite er sich im zehnten Jahre des Kriegs mit Agamemnon, der, nachdem er seine Sklavin Chryseis ihrem Vater, dem Chryses, hatte zurückgeben müssen, zum Ersatz dafür die Briseis für sich in Aaller nahm. Grollend zog sich darauf A. von aller Teilnahme am Kampfe zurück und ließ sich auch durch die Not der Griechen (Zeus gewährte auf Bitten der Thetis, welche die von Agamemnon ihrem Sohne Hienz Beleidigung rächen wollte, den Troern den Sieg) und Lurch die Bitten und Versprechungen, welche Agamemnon ihm durch eine auf Nestors Rat an ihn abgeschickte Gesandtschaft tileh ließ, nicht bewegen, wieder am Kampfe teilzunehmen. Srtos als die Troer unter Hektors ersenev in das grie Lager eindrangen, gestattete er seinem Freunde Patroklos, mit seiner eigenen Rüstung angethan, die Myrmidonen zur Hülfe der Griechen in den Kampf zu führen. Patrollos wurde von Hektor erschlagen, sein Leichnam zwar von den Griechen den Händen der Troer entrissen, aber A.s Rüstung von Hektor erbeutet. Nachdem A., obwol waffenlos, von Athene geleitet, durch sein bloßes Erscheinen die Feinde eine Mutter t und am nächsten Morgen durch seine Mutter Thetis eine neue, von Hephästos selbst kunstreich geschmiedete Waffenrüstung (besonders der Schild wird in der Ilias als ein wunderbares Kunstwerk dargestellt, eine Schilderung, die für die Anfänge der griech. Kunstgeschichte von großem Interesse ist) erhalten hat, zieht er wieder selbst in den Kampf, treibt die Troer bis unter die Mauern der Stadt zurück, trifft hier mit Hektor zusammen, jagt ihn dreimal um die Stadtmauer herum, tötet ihn sodann und schleift den entblößten, an seinen Streitwagen gebundenen Leichnam nach dem Lager der Griechen, gibt ihn aber später, nachdem er seinen Freund Patroklos glänzend bestattet, gegen reiches Lösegeld dem König Priamos, der als Bittender ihm kommt, zurück. Im weitern Verlaufe des Kriegs, wie ihn die Epen des üer epischen Cyklus (s. Cyklische Dichter) erzählten, tötet A. die Penthesileia, die Königin der Amazonen, sowie den Memnon, den Sohn der Cos, den hammet der Athiopen, welche den Troern zu Hilfe kommen; nach dem Falle derselben dringt er bis in das Skäische Thor Ilions vor, wird aber dort durch einen von Apollon selbst gerichteten Pfeil vom Bogen des Paris getötet. Eine weit spätere Dichtung versetzt diese Tötung des A. in den Tempel des Apollon in Thymbra bei Troja, in den A. gekommen sei, um sich mit der Polyxena, der ue Orie Tochter des Priamos, zu vermählen. Die Griechen errichteten ihm einen Grabhügel am Strande des Hellespontos, auf dem Eerng um seinen Schatten zu versöhnen, die olyxena opferten. Um seine Waffenrüstung stritten nach der Odyssee der Telamonier Aias und Odysseus; dem letztern wurde sie von Agamemnon Ainder Nach den Homerischen Gedichten weilt „in der Unterwelt; aber schon nach der — H T einem der Epen des epischen Cyklus, entführte hetis ihren Sohn vom brennenden Scheiterhaufen nach der Insel Leuke im Schwarzen Meere, wo er in Gemeinschaft mit andern vergötterten Helden und Heroinen fortlebte und verehrt wurde. Letzteres geschah vor allem auch auf dem troischen Vor-Dasee Sigeion bei einem noch vorhandenen Grabhügel, der für den des A. galt, aber auch in Sparta, Elis und an vielen andern Orten. Die bildende Kunst des Altertums hat den A. häufig dargestellt; doch ist keine Einzelstatue oder Büste, die man mit Sicherheit auf ihn 4.F7 könnte, erhalten; wohl aber manche mehr oder weniger gurenreiche Kompositionen, darunter namentlich die eine Giebelgruppe aus Agina in München (s. Aginetische Kunst) und außerdem viele Vasenbilder, mehrere Wandgemälde und Basreliefs mit einzelnen Scenen, so- wie mit ganzen Reihen derselben. Vgl. Overbeck, „Galerie heroischer Bildwerkes (Bd. 1, Braunschw. 1852) und „Bullettino della commissione archeologica di Romay (Bd. 5, 1877). chilles Hloß ein bekannter Trugschluß des Eleatischen Philosophen Zeno, welcher durch diesen und ähnliche zu beweisen suchte, daß der Begriff der Bewegung ebenso wie der des Wechsels und der Vielheit der Dinge an innern Widersprüchen leide und darum nur der Begriff des einen unveränderlichen Seins Wahrheit habe. Er behauptete nämlich, ein Gegenstand, der sich langsam aneuer 3. B. eine Schildkröte, könne von einem sich schneller bewegenden, z. B. dem schnellfüßigen Helden A., nie anbeol werden, wenn jener erstere auch nur einen kleinen Vorsprung voraushabe; denn der Abstand zwischen beiden ++ in immer kleinere Teile zerlegt werden, könne aber nie ganz verschwinden, und der letztere müsse immer erst dahin kommen, wo der erstere schon gewesen 7 während derselbe sich in dieser Zeit, sei es auch noch so wenig, fortbewege. Der Nerv dieses Sophisma besteht in den Schwierigkeiten, welche durch die unendliche Teilbarkeit des Raums und den Gegensatz des Diskreten und Kontinuierlichen entstehen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 106Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sagen & Mythen 6