Aristäus (grch. Aristaios), d. h. der Beste, ist der Name einer griech. Gottheit. Nach der gewöhnlichen Sage war A. ein Sohn des Apollo und der Kyrene, der Enkelin oder Tochter des Flußgottes Peneios in Thessalien. Dieselbe gebar den A. an der Küste von Libyen, welche von ihr den Namen Kyrenaika erhielt. Hermes übergab das Kind den oren und der Gäa, die es mit Nektar und Amrosia großzogen, oder Apollo brachte dasselbe dem Cheiron zur Erziehung. A. ward von den Musen in der Heil⸗ und Wahrsagekunst unterrichtet. In Böotien vermählte er sub mit der Tochter des Kadmus, Autonoé, die ihm den unglücklichen Aktäon (s. d.) gebar. 2 — Geheiß Apollos von den Einwohnern gerufen, wehrte er auf der Insel Keos der versengenden Gluthitze der Hundstage, indem er dem Zeus Ikmaios (d. h. dem Feuchtigkeit Spendenden) opferte. Auch wanderte er nach Sardinien und Sicilien, überall die Spuren seines wohlthätigen Wirkens zurücklassend, zuletzt nach Thrazien zu Dionysos. Vorzüglich pries man ihn als Erfinder und Pfleger der Bienenzucht (daher Melisseus genannt), als Beschützer der Jäger (Agreus) und Hirten Nomios). Virgil erzählt noch von Hen daß er in Liebe die Eurydice, die Gattin des Orpheus, verfolgte, die auf duser Flucht von einer giftigen Schlange getötet wurde. Zur Strafe verlor er seine Bienen; doch entstanden dafür neue in den Leibern geschlachteter Rinder. In einigen Gegenden identifizierte man den A. mit Zeus oder Apollo; auch dem Dionysos ist er verwandt. Auf alten Münzen wurde er bald dem Zeus, bald dem Apollo ähnlich dargestellt. Auf der Rückseite erblickt man oft den Sirius, oft auch eine Biene oder Traube. Aristéa nannte der span. Botaniker Cavanilles eine Pflanzengattung aus der Familie der Irideen oder Schwertlilien, deren Arten am Vorgebirge der Guten Hoffnung wachsen. Dieselben sind ausdauernde Kräuter, lattl lineale oder schwertförmige Blätter, einen blattlosen, meist zweischneidigen Stengel und in endständige Köpfchen, selten abwechselnd gestellte Blüten, welche mit einem trockenen Scheidenblatt umhüllt sind und aus einem unterständigen, dreifächerigen Fruchtknoten und daraufstehendem, kurzröhrigem, sechsteiligem Perigon mit drei Staubgefäßen bestehen. Mehrere Arten, z. B. A. cyanea, mit himmelblauen Blütenköpfchen, A. capitata, mit ebenfalls blauen Blüten in Köpfchen, A. spiralis, mit abwechselnd gestellten, bläulichweißen Blumen, welche sich während der Nacht spiralig 5· ammenwickeln, werden in den Gewächshäusern als Zierpflanzen kultiviert. Man nennt sie Borstenlilien.