FeedAdrastéa
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Adrastéa (grch. Adrasteia, d. i. die Unentfliehbare), eine griech. Göttin, welche als die Dienerin der ewigen Gerechtigkeit und Rächerin alles Unrechts, der kein Sterblicher entgehen kann, der Nemesis (s. d.) nahe verwandt ist und daher auch von einigen spätern Dichtern, wie von Antimachos und Kallimachos, letzterer völlig gleichgestellt wird. In Kleinasien war die A. mit der Cybele identisch. Aus der Verbindung mit der Großen Mutter erklärt sich auch die Sage, daß eine Nymphe A., die Tochter des Königs elisseus, mit ihrer Schwester Ida das Zeuskind aufzog. Um ihren Namen zu erklären, dichtete man, daß ihr ein Heros Adrastos am AÄsepusflusse unfern von Cyzikus im nordwestl. Kleinasien zuerst einen Altar baute. — A. hieß auch eine vom Granikus (s. d.) durchströmte Landschaft und eine Stadt in derselben mit einem Tempel und Orakel des Apollon Aktäos und der Artemis.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 161Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sagen & Mythen 6