Akariasis (Milbensucht), eine seit etwa 1870 in großer Ausdehnung auftretende Krankheit der Birnbäume, welche sich durch das pockige Aussehen der Blätter an den befallenen Bäumen äußert und durch eine Milbe (Phytoptus pyri Pag.) hervorgerufen wird, die durch ihren Stich unzählige karminrote bis schwärzliche Gallen (Phytoptocecidien oder Akarocecidien) erzeugt. Das einzige Gegenmittel gegen die den Ertrag der Bäume oft tark beeinträchtigende Krankheit besteht in dem usbrechen der ältern Blätter bei Beendigung des hAlaruanien (vor Beginn des Sommertriebes). Sune. dt des nördl. Griechenland im engern Sinne, die im N. durch den Ambrakischen Golf von Epirus, im O. durch das Gebirge Thyamos und den Fluß Achelous (s. d.) von Atolien geschieden, im W. und S. vom Jonischen Meere bespült wird. Der natürliche Mittelpunkt der Landschaft ist der zu A. gehörige Teil der vom Achelous durchströmten fruchtbaren 3. berne und die westlich davon sich hinziehenden bergigen Hochflächen, an welche meist schroff nach dem Meere zu abfallende Bergkette anschließt. Die für die Schifffahrt günstige Gestaltung der nordwestl. Küsten veranlaßte die Korinther schon unter der Regierung des Kypselos, gleichzeitig mit der Besitzergreifung von Leukas, dort eine Reihe von Kolonien anzulegen. Den südlichsten Theil von A. bildet die westl. N der jetzt zum größten Teile versumpften Mündungsebene des Achelous. Der erst nach Entstehung der Homerischen Gesänge aufgekommene Gesamtname für die Bewohner der Landschaft, Akarnanen, wird gewöhnlich auf einen Heros Akarnan, einen Sohn des Alkmäon, zurückeführt, woraus man auf eine in früherer Zeit bt. Dir Einwanderung aus Argos geschlossen hat. Die Urbewohner des Landes waren im Westen Leleger, im Osten Kureten. Dial in späterer Zeit waren die Akarnanen, deren Dialekt durch die korinth. Kolonisten dorisiert worden war, hinter der Kulturentwickelung der östl. Griechen zurückgeblieben. Wenn auch in den Seestädten Handel und Schiffahrt blühten und einzelne Städte, wie Alyzia, sich durch Kunstliebe auszeichneten, so gründete sich doch der Ruf der Akarnanen vorzugsweise auf ihre Tapferkeit im Kampfe und die Geschicklichkeit im Gebrauche der Waffen, besonders der Schleuder. Die einzelnen Städte A.s bildeten einen Bund, an dessen Spitze als oberster Beamter ein Strateg, mit einem Rat (Bule) zur Seite, stand. Die Bundesversammlungen fanden zuerst zu Stratos, später meist zu Leukas, bisweilen auch zu Thyrion statt. Der religiöse Mittelpunkt war der Tempel des Apollo auf der Landspitze Aktion (Actium). In der griech. Geschichte haben die Akarnanen nie eine bedeutende Rolle gespielt. Nachdem sie während des Peloponnesischen Kriegs zum großen Teil auf seiten der Athener gestanden, wurden sie durch Agesilaos (391 v. Chr.) zur Anerkennung der spartan. Hegemonie gezwungen, an deren Stelle nach der Schlacht bei Leuktra die der Thebaner trat. Zur Zeit der macedon. Herrschaft kämpften sie mit Hartnäckigkeit gegen ihre alten Feinde, die Atolier, sodaß das Land gänzlich verödet war, als es von den Römern nach der Schlacht bei Korinth mit Epirus vereinigt ward. — Im jetzigen Königreich Griechenland bildet A. mit Atolien eine Aomgarchie, welche auf 7833 qkm (1879) 138 444 C. zählt, in 6 Eparchien und in 26 Demen zerfällt und Missolonghi (Messolongion) zur Hauptstadt hat.