Alaut (Inula L.), Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler (Compositae), deren Mitglieder meist ausdauernde und gewöhnlich drüsig⸗, rauh⸗ oder zottig-bis 1e Dlätter su Kräuter, selten Sträucher 2 Ihre Blätter sind stets einfach und oft auch ganzrandig. Die Blütenkörbchen, bisweilen von ansehnlicher Größe, stehen einzeln oder häufiger in Doldentrauben oder Rispen an der Spitze des Stengels und zeichnen sich durch dachziegeligen, meist glockigen oder halbkugeligen Hüllkelch aus, der auf nacktem Blütenboden zungenförmige Rand⸗ und röhrenförmige Scheibenblüten umschließt, beide fast durchweg gelb gefärbt und die erstern nur weiblich, die letztern zwitterig. Die kahlen oder behaarten Früchtchen sind im Querschnitte rundlich oder kantig, oft mit 45 u. Die that und stets mit einer Haarkrone versehen. Die Gattung enthält etwa 60 der östl. Erdhälfte angehörende Arten, darunter auch 8 deutsche, unter denen die bemerkenswerteste: I. Helenium L. (echter A.), eine stattliche, 1—1,0 m hohe Staude mit gefurchtem, nach oben zottigem Stengel. Die ungleich kerbigezähnten großen Blätter sind unterseits samtartiglzig, die grundständigen länglich-⸗elliptisch, spitz und in einem Blattstiel verschmälert, die Stengelblätter 51. Die aen sitzend und stengelumfassend, zugepitzt. Die großen gelben Blütenköpfe besitzen einen außen filzigen Hüllkelch, dessen äußere Blätter eiförmig und kürzer als die linealischen Randblüten, dessen innere Blätter spatelförmig sind. Die kahlen rüchtchen sind vierkantig. Die Wurzel dieser an räben und auf feuchten Wiesen Norddeutschlands wachsenden, häufig kultivierten Art ist offizinell (Kadix Helenii oder R. Enulae, Alantwurzel) und enthält, außer Gummi, Harz, ätherischem Öl, Extraktivstoffen u. s. w., noch zwei eigentümliche Stoffe, das Inulin und das Helenin oder Alantkampfer (s. d.). Ersteres ist eine dem Stärkemehl nahe verwandte Substanz, von dem es 05 unter andern Merkmalen dadurch unterscheidet, da es durch Jod nicht blau, sondern gelblich gefärbt wird. In der lebenden Pflanze findet sich das nulin im aufgelösten Zustande im Zellsafte, läßt ch daher durch das Mikroskop nicht wahrnehmen. Dagegen scheidet es sich aus den zerquetschten und mit Wasser übergossenen Knollen in Form eines feinen Pulvers aus, welches aus farblosen Kügelchen Dapirc Vom Stärkemehl unterscheidet Inulin sich dadurch, daß es in kochendem Wasser ohne Kleisterbildung löslich ist und sich aus der heißen Lösung beim Erkalten wieder abscheidet; bei länerm Kochen wird es in Zucker verwandelt. Das Fuulin erhielt zwar nach dieser Gattung seinen Namen, ist aber in den Wurzelstöcken und Wurzeln der Korbblütler äußerst verbreitet, findet sich auch noch in andern Pflanzenfamilien (z. B. bei Campanulaceen und Lobeliaceen) und übernimmt in den betreffenden Organen die Rolle eines Reservenährstoffs, der beim Austreiben der überwinterten Pflanze zur Verwendung kommt (s. Ernährung der Pflanze). Alanutkampfer oder Helenin von Geoffroy und Lefebure in der Wurzel des Alant (s. d.) entdeckt und später von Dumas und von Gerhardt untersucht worden; er findet sich als krystallinische, die Wände der Intercellularräume der Wurzel bedeckende Ausscheidung und läßt sich durch Verdunsten des alkoholischen Extraktes gewinnen. Der A. krystallisiert in vierseitigen, farblosen Prismen von schwachem doslich und Geschmack, in Wasser unlöslich, leicht löslich in Alkohol und Ather; schmilzt bei 72, siedet bei 275 — 280 C. nicht ohne Veränderung, nach längerm Schmelzen bildet er nach dem Erkalten eine harzige Masse. Beim Erwärmen in alkalischen Flüssigkeiten löslich, wird er daraus durch Säure unverändert gefällt; in konzentrierter Schwefelsäure löslich, wird er daraus auf Zusatz von Wasser unverändert — — Er bildet mit rauchender Schwefelsäure Heleninschwefelsäure. Die von Dumas ausgeführte Elementaranalyse führte zu der empirischen Formel C. Hes O3.