FeedAlaun
NaturlehreBrockhaus 1882

Alaun nennt man in der Chemie eine Klasse von isomorphen Salzen, deren Zusammensetzung der empirischen Formel R. M. (XOI)24 Ha O entspricht, worin K 1 Atom der Metalle Kalium, Natrium, Lithium, Ammonium, Cäsium, Rubidium, Thallium, und M 1 Atom der Metalle Aluminium, Eisen, Chrom, Mangan, X1 Atom Schwefel oder Selen bedeutet. Sie entstehen, indem Lösungen von schwefelsauren oder selensauren Salzen der ersten Gruppe von Metallen mit Lösungen von schwefelsauren oder selensauren Salzen der Orydreihe der zweiten Metallgruppe dem sch zur Krystallisation gebracht werden, B. indem schwefelsaures Kali und schwefelsaures Aluminiumoxyd (schwefelsaure Thonerde) in konzentrierten Lösungen gemischt werden. Hiernach faßt man ihre Konstitution meistens als die von Doppelsalzen auf; die A. der schwefelsauren Salze sind demnach Verbindungen von 1 Molekül eines Salzes R. S0, mit 1 Molekül eines Salzes Ma(S0.) und beide noch mit 24 Molekülen Krystallwasser verbunden. Es entspricht also der Kalium-Aluminium-Alaun der Zusammensetzung KeS0, Alz(S0J)3 24H½ O; er kann als der Typus aller A. gelten. In diesem ist das Kalium durch Ammonium und die sämtlichen, oben in der ersten Gruppe genannten Metalle vertretbar, wodurch der Ammoniak⸗, Thallium⸗ u. s. w.⸗Aluminium-A. entsteht. Andererseits kann wieder im Kalium-Aluminium-A. das Aluminium durch Eisen, Chrom und Mangan ersetzt werden, wodurch Kalium-Eisen-A., Kalium-Chrom-A. und Kalium-Mangan-A. entsteht, in denen je wieder das Kalium durch die übrigen ihm gleichwertigen Metalle und durch Ammonium vertretbar ist. In dem Ammonium sind die 4 Atome Wasserstoff je durch ein Atherradical, Methyl CHe, Athyl C. Hs u. s. w., ersetzbar, wobei Verbindungen entstehen, die dem Ammonium gleichwertig sind; auch diese bilden A. Endlich kann in allen diesen A. die Selensäure die Stelle der Schwefelsäure vertreten. Die Zahl der A. ist alet eine ungemein große. Alle A. haben außer ihrer gleichen Konstitution auch gemeinsam, daß sie isomorph sind, d. h. gleiche Krystallform haben; alle krystallisieren als regelmäßige Oktaéder (Fig. V, die leicht — zu einer bedeutenden Größe mit 0 vollständig gleichmäßiger Vertei⸗ ( lung aller Flächen heranzuzüchten sind; häufi bilden sich auch Kombinationen des Oktaäders mit Würfelflächen (Fig.2). Die Aluminium-Alaune sind farblos, die Mangan-Alaune amethystfarben, die Chrom-Alaune schön rotviolett, der Eisen-Alaun, im durch reinen Zustande farblos, ist gewöhnlich, durch stellenweise Substitution eines Teils des Eisens durch Mangan, schwach violett gefärbt. Die Aluminium-Alaune sind sehr stabile Verbindungen, sie er sich aus heißem Wasser umkrystallisieren, ohne Zersetzung zu erleiden; in den Chrom-Alaunen geht beim Lösen in heißem Wasser die rote Modifikation der Chromsalze in die grüne über, die Lösungen enthalten dann grünes schwefelsaures Chrom neben schwefelsauren Alkalien, die aber bei längerm Stehen sich wieder zu roten A. vereinen; die Eisen-Alaune und noch leichter die Mangan-Alaune zerfallen beim Lösen in warmem Wasser in ihre Bestandteile. Dies gilt von den Schwefelsäure-Alaunen; die Selensäure-Alaune, deren Existenz von R. Weber und von Wohlwill nachgewiesen ist, sind noch wenig studiert. Im gewöhnlichen Leben versteht man unter A. immer Aluminium-Alaune, und zwar Kalium- oder Ammonium-Aluminium-Alaun; zwischen den beiden letztern wird meist kein Unterschied gemacht, da sie für die meisten Verwendungszwecke Hleswertig sind, nur in der Pharmacie soll ausschließlich der Kali-Alaun gebraucht werden. Die Fabrikation des A. ist bereits in frühen Zeiten im Orient betrieben, im Mittelalter fand man in Italien verschiedene zur Alaunbereitung geeignete Erze, auf deren Verarbeitung eine schwunghafte Industrie begründet wurde, welche der Papst Pius II. für sich zu monopolisieren suchte. Im 16. Jahrh. entstand in Deutschland das Alaunwerk zu Schwemsal, und seit dieser Zeit hat diese Fabrikation sich bei uns, namentlich in der Rheinprovinz, immer mehr entwickelt. Der jährliche Verbrauch an A. wird auf 10 Mill. kg angegeben, davon liefert Deutschland 3,5 Mill., Osterreich 2 Mill., Spanien 1½4 Mill., Belgien 0,s Mill., Rußland 0,7 Mill., Großbritannien 0,8 Mill., Italien 0,5 Mill. kg. Als Rohmaterialien der Fabrikation dienen natürlich vorkommende Gesteine verschiedener Art, von denen einige wenige die sämtlichen Bestandteile des A. enthalten, während in andern die Bedingungen zur Erzeugung von schwefelsaurer Thonerde vorhanden sind; eine dritte Kategorie von Thonfen enthält von nutzbaren Bestandteilen nur Thonerde. Je nach dem Vorkommen der einen oder andern Art der Rohmaterialien ist die Art der Verarbeitung zu modifizieren. 1) Verarbeitung von Rohmaterialien, die sämtliche Bestandteile des A. enthalten. Natürlicher A. findet sich im unreinen Zustande als Zersetzungsprodukt von trachytischen Gesteinen und Laven an der Nordküste von Sicilien, auf dem Kap Miseno, der Solfatara bei Neapel und an andern Orten. Zu Solfatara wird die A. enthaltende Lava mit Wasser erschöpft, die Lösung durch die natürliche Wärme des vulkanisch en Bodens in Bleipfannen verdampft und zur Krystallisation gebracht; das Produkt ist seiner großen Reinheit wegen sehr geschätzt. Alaunstein, Alunit, von der Zusambirgsart, welche durch Einwirkung von schwefliger Säure und Sauerstoff auf trach 305 Gesteine entstanden ist, findet sich bei Civita-Vecchia, in Ungarn, auf den griech. Inseln u. s. w. Durch Glühen des Alaunsteins tritt eine Zersetzung ein, wasserfreie Thonerde scheidet sich dabei ab, während A. ausgelaugt werden kann. Die Steine werden entweder in Haufen, mit Brennmaterial geschichtet, oder bes-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. I. ser in eigenen Ofen zur schwachen Rotglut gebracht, dann ausgelaugt, die Lauge vom Unlöslichen getrennt und zur Krystallisation gebracht. 2) Verarbeitung von Rohmaterialten, die unmittelbar nur schwefelsaure Thonerde ergeben. Diese Rohmaterialien werden am häufigsten im Großbetriebe der Fabrikation verwandt. Hierher gehört der Alaunschiefer und die Alaunerde, ersterer ein dichtes anstehendes Gestein, letztere locker, in Nestern in Braunkohlenlagern vorkommend. Beide bestehen aus einem Thonerdesilikat mit reichlichem Gehalt an bituminöser Substanz oder Kohle, fel; manche derselben enthalten Alkalien, andere sind frei davon. Vorkommen der Alaunerde: in der Nähe der Oder Mit dei u u. s. w., im Braunkohlengebirge der Mark, bei Muskau in der Oberlausitz, im Muldethal bei Schwemsal, in der Grafief Mansfeld. Beträchtliche Lager von Alauniefer finden sich in Skandinavien, bei Lautenthal im Harz, in Thüringen bei Saalfeld und Gräfenthal, Gund dei m0 im Vogtlande, am Niederrhein, in England bei Whitby, in Schottland bei Hurlett und Campsie. Bei der Verarbeitung läßt man diese Alaunerze entweder an der Luft verwittern, wobei unter Einwirkung von Luft und Feuchtigkeit der vorhandene Schwefelkies sich in Eisenvitriol und freie Schwefelsäure umsetzt; der Eisenvitriol oxydiert sich weiter zu unlöslichem basisch schwefelsauren Eisenoxyd und freier Schwefelsäure, und diese zersetzt das Thonerdesilikat zu schwefelsaurer Thonerde und sich abscheidender Kieselsäure. Oder man röstet die Erze, wobei der Gehalt an bituminöser Substanz und Kohle den größten Teil des Bedarfs an Brennmaterial liefert; oder man läßt die Erze zunächst verwittern und nimmt nachher es eine Röstung derselben vor. Die Verwitterung erfordert immer sehr lange Zeit, zwei bis drei Jahre, um so länger, je dichter die Erze ber bei solchen von letzterer Beschaffenheit ist daher Röstung, die in vier bis sechs Monaten beendet ist, che Duehn Bei der Röstung ist eine ganz allmähliche Durchwärmung der Erzmassen anzustreben und jede Überhitzung derselben zu vermeiden, um der bei hoher Temperatur entstehenden schwefligen Säure Gelegenheit zu geben, in Schwefelsäure überzugehen, die die Zersetzung der Silikate bewirkt, und außerdem um eine bei zu hoher Wärme stattfindende Zersetzung der schwefelsauren Salze zu verhüten. Die reifen Erze werden in Auslaugeapparaten mit Wasser übergossen, nach sechs⸗ bis zwölfstündiger Einwirkung wird die Lauge abgezogen und mit anderm reifen Erz zusammengebracht und dies so oft wiederholt, bis man eine Lauge von etwa 20° B. erhält. Diese enthält als Hauptbestandteil scweselsaure Thonerde, daneben Eisenvitriol, schwefelsaures sasen dltz schwefelsaure Magnesia, event. schwefelsaure Alkalien, freie Schwefelsäure. Die Rohlauge wird durch Verdampfung konzentriert, und zwar entweder in gemauerten Pfannen mit oberschlägiger Feuerung (Braunkohlengas), oder in eisernen Kesseln, oder bei reichlichem Gehalt an freier Schwefelsäure in Bleipfannen, welche vor der direkten Einwirkung der Hitze durch ein gemauertes Gewölbe geschützt sind. In dem Maße, wie die Verdunstung fortschreitet, läßt man frische Rohlauge nachfließen, sodaß die Pfannen immer gefüllt bleiben. Während des Verdampfens scheidet sich unter der Einwirkung des Sauerstoffs der euergase basisch schwefelsaures Eisenoxyd (Vitriolchmand) am Boden ab. Nach erreichter Konzentration von 30 — 40 B. läßt man die Garlauge in Klärreservoirs abfließen, in denen sich der auf rote arbe zu verarbeitende Vitriolschmand absetzt. Welcher Iah von ihren Gehe der Garlauge zu geben 17 benst ab von ihrem Gehalt an den verschiedenen alzen. Ist dieselbe reich an schwefelsaurer Thonerde, dagegen arm an Vitriol, so treibt man die Verdampfung möglichst weit, enthält sie dagegen viel Eisenvitriol und andere Salze, so ist die Verdampfung früher zu unterbrechen, um der Garlauge einen Wassergehalt zu belassen, der so hoch ist, daß die fremden Salze nicht durch Krystallisation abgeschieden werden. Die klare Garlauge wird durch Zusatz eines Kalisalzes (Alaunfluß) in A. verwandelt. Hierzu verwendet man schwefelsaures Kali bei Laugen von hohem Reinheitsgrade, saures fabrüntion res Kali (Rückstand der Salpetersäurefabrikation) bei einem Gehalt der Laugen an basisch schwefelsaurer Thonerde, Chlorkalium bei reichlichem Gehalt an Eisenvitriol, wobei beide Salze sich in Eisenchlorür und schwefelsaures Kali umsetzen, endlich kohlensaures Kali (Schlempekohle) bei stark sauren Laugen. den meisten Fällen bedient man sich des Chlorkaliums, weil dieses das 140105 Kalisalz ist und weil meist genügend Eisenvitriol oder schwefelsaures Eisenoxyd vorhanden ist, durch welche die Umwandlung des Chlorkaliums in schwefelsaures Kali bewirkt werden kann. Gefährlich kann die Anwendung des Chlorkaliums bei sehr reinen Laugen werden, da das Chlorkalium, wenn nicht zu seiner Zersetzung genügendes Eisensalz zugegen ist, sich mit der schwefelsauren Thonerde in Chloraluminium und schwefelsaures Kali umsetzt, wodurch ein entsprechender Verlust an A. herbeigeführt wird. Die Menge des erforderlichen Kalisalzes richtet sich 1 — dem Gehalt an schwefelsaurer Thonerde, sie wird durch die sog. Alaunprobe ermittelt. Das Kalisalz wird in siedend heiß gesättigter Lösung der geklärten Garlauge zugefügt. Das Gemisch bleibt entweder in großen Bottichen ruhig stehen, wobei beim Erkalten nach vier bis sechs Tagen unreiner A. (Halbalaun) auskrystallisiert, oder es wird während des Erkaltens durch Rühren (Schütteln) in beständiger Bewegun 2— 7 wobei der A. in Haltvon feinem Krystallmehl erhalten wird. Der Halbalaun oder das Alaunmehl wird von der Mutterlauge getrennt und durch Waschen mit kaltem Wasser von allen anhängenden Salzen so weit wie möglich befreit, wozu man sich bei Alaunmehl am zweckmäßigsten der Centrifugalmaschine bedient, weil diese ein gründlichstes Waschen mit Aufwand der kleinsten Wassermenge Perunren Der Rohalaun enthält als wesentlichste Verunreinigung noch Eisenvitriol oder Eisenalaun, wenn die Garlauge nicht frei von schwefelsaurem Eisenoryd war. Beide Salze sind bis auf die letzten Spuren zu entfernen, da dieselben den A. für seine wichtigste Verwendung, für die Krappfärberei, völlig unbrauchbar machen. Es geschieht durch Umkrystallisieren, wobei Eisenvitriol in die Mutterlaugen geht, der Eisenalaun aber zersetzt wird. Zum Umkrystallisieren oder Raffinieren füllt man einen geräumigen, mit Blei ausgeschlagenen Behälter ganz mit Rohalaun und läßt durch ein am Boden mündendes Bleirohr Tlachen san zuströmen; durch die an den kalten Flächen stattfindende Kondensation wird eine zur Lösung des A. genügende Menge von Wasser gebildet. Nach erfolgter Lösung bleibt die Lauge zur Klärung im gut verschlossenen Lösegefäß kurze Zeit faser um dann in die s eschenen Daue (Wachsässer), große, konische, aus eichenen Dauben zusammengesetzte Bottiche, abgezogen zu werden. Da der A. bei Siedhitze ein Drittel seines Gewichts, bei gewöhnlicher Temperatur aber acht Teile Wasser zur Lösung bedarf, so ist die Krystallisation hier eine sehr reichliche; nach Beendigung derselben bedecken dicke Krusten von schön ausgebildeten Oktädern die Wände des Bottichs (Umgut), und außerdem lagert sich eine starke Schicht von Krystallen am Boden ab (Bodengut; Fig. 3). Nach dem Erkalten nimmt man die durch eiserne Reifen zusammengehaltenen Dauben des Bottichs ab, läßt die Mutterlauge durch ein kleines, am Boden durch die Krystallmasse gebohrtes Loch Wöhnuich und spült die Krystalle mit Wasser ab. Gewöhnlich wird der A. durch einmaliges Raffinieren frei von Eisen erhalten; eine Probe desselben, in Wasser gelöst, darf auf Zusatz einer Lösung von Ferrocyankalium keine blaue Färbung mehr zeigen. Wird dies nicht erreicht, so sind die Krystalle von neuem zu lösen und wie vorher zu behandeln. Der genügend reine A. wird in den Handel gegeben, entweder indem man das Umgut vom Bodengut mit der Säge abschneidet und die cylindrischen, hohlen Blöcke ohne Verpackung verfrachtet, während das Bodengut, in größere Stücke zerteilt, 810 en Stroh verpackt wird, oder es werden die löcke zerschlagen und in Fässer verpackt, oder es wird der A., namentlich Bodengut, auf Kollergängen gemahlen und gesiebt. 3) Verarbeitung von Rohmaterialien, welche als nutzbaren Bestandteil nur Thonerde enthalten. Von hervorragender technischer Bedeutung ist von hierher gehörenden Rohmaterialien nur die Verwendung des Thons in der Alaunfabrikation. Der Thon, ein Wasser enthaltendes Thonerdesilikat, kommt verhältnismäßig rein als Porzellanerde, Pfeifenerde und unter andern Benennungen vor, häufig aber mit mehr oder weniger Eisensilikaten, Kalksalzen u. dgl. gemengt. Von diesen Sorten sind nur die erstern mit Vorteil verwendbar. Für die Alaunfabrikation ist das Thonerdesilikat durch Schwefelsäure zu zersetzen und dann die gebildete Berchneenr Thonerde auf gleiche Weise wie oben beschrieben in A. zu verwandeln. Der Angriff der Schwefelsäure auf das Thonerdesilikat erfolgt nur dann leicht, wenn durch schwaches Glühen das chemisch gebundene Wasser vorher entfernt ist. Es wird zu diesem Behufe der Thon schwach gebrannt, dann gemahlen und so in kleinen Anteilen in 50prozentige Schwefelsäure (Kammersäure), welche uvor in einer Bleipfanne bis nahe zum Sieden erwar, eingetragen. Auf 100 Teile gebrannten hon werden 150 Teile verdünnte Schwefelsäure angewandt. Während des Einbringens des Thons schäumt die Masse stark, bald darauf beginnt sie sich u verdicken. Sobald dies eintritt, wird die Mischung in eiserne Kasten geschöpft, worin sie bald völlig erstarrt. Die 10 erhaltenen Blöcke werden mit heißem Wasser behandelt, worin sich die schwefelsaure Thonerde löst, während Kieselsäure zurückbleibt. Die Lauge wird verdampft und durch Zusatz von schwefelsaurem Kali in A. verwandelt. Auf leiche Weise wird der Bauxit oder Wocheinit, honerdehydrat mit größerm oder geringerm Gehalt an Eisenoxydhydrat behandelt. Das künstlich dargestellte, als Nebenprodukt bei der Sodafabrikation aus Kryolith gewonnene Thonerdehydrat wird selten zur Darstellung von gewöhnlichem, dagegen umfänglich bei der Fabrikation des sog. konzentrierten A. (s. d.) verwandt. Die Darstellung des Ammoniak-Alaun ist in allen Punkten der des Kali-Alaun gleich, nur mit dem Unterschiede, daß man als Alaunfluß statt der Kalisalze schwefelsaures Ammoniak anwendet. Die Verwendung des A. findet hauptsächlich in der Färberei statt, und zwar meist zur Darstellung der sog. Rotbeize, die aus essigsaurer Thonerde besteht und durch Zersetzung von A. mit essigsaurem Blei erhalten wird; dieselbe gibt Thonerde an die Faser ab, wodurch diese beim Ausfärben im Krappbade schöne rote Farbe annimmt; ein Eisengehalt des A. gibt der Krappfarbe einen bläulichen on, Mischungen von A. und Eisenvitriol liefern Beizen für Lillafarbe. Wegen der großen Affinität der Thonerde zu organischen Farbstoffen verwendet man den A. bei der Alul wird vieler Lackfarben. Im Gemisch mit Kochsalz wird der A. zur Bereitung des Sämischleders benutzt. Ein Gemisch von A., Kochsalz und Salpeter dient wegen des bei der gegenseitigen Zersetzung der Salze entstehenden Königswassers zum Ansieden von geringwertigen Goldarbeiten. Schlechtes Weizenmehl gibt beim Verbacken unter Zusatz von A. ein gut aussehendes Brot, welches aber bei dauerndem Genuß der Gesundheit nachteilig ist. Trübes Brunnenwasser läßt sich durch A. klären, indem dieser durch die Erdsalze des Wassers unter Abscheidung von Thonerde Herdet zersetzt wird, wobei das sich in Flocken ausscheidende Thonerdehydrat die feinen suspendierten Teile umhüllt und sie beim Absetzen zu Boden zieht. In der Heilkunde wird der A. namentlich als Dlukstillendes Mittel verwandt. Die Papierfabrikanten gebrauchen ihn zum Leimen des Papiers. Vgl. Kerl und Stohmann Muspratt!], &Encyklopäd. Handbuch der technischen I (3. Aufl., Bd. 1).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 320Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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