Alaun, kubischer oder römischer, der namentlich in frühern Zeiten in großen Mengen vom Kirchenstaat exportiert wurde, unterschied sich von dem gewöhnlichen dadurch, daß er zum größern Teil aus würfelförmigen Krystallen bestand, während der A auerdn A. Oktaéder bildet. Da diese Form des außerdem große Reinheit besaß, so gab man ihr vor andern Sorten vielfach den Vorzug, und 4• Vorliebe hat sich auch noch bis heute bewahrt, o gleich auch die deutsche Alaunfabrikation Material liefert, welches dem römischen an Qualität durchaus nicht nachsteht. Die kubische Form läßt sich willkürlich herstellen, indem der A. immer in Würfeln krystallisiert, sobald seine Lösung eine gewisse Menge von basisch schwefelsaurer Thonerde enthält. Zu dem Behufe versetzt man die Alaunlauge mit einer Lösung von kohlensaurem Natron oder kohlensaurem Kali, bis ein bleibender Niederschlag von basisch schwefelsaurer Thonerde entsteht, mit welchem rnr, etwa vorhandenes Eisen ausgefällt wird. Nach dem Verdampfen der geklärten Lösung krystallisiert der A. in obiger Form. Der römische A. ist äußerlich durch anhängendes Eisenoxyd rötlich gefärbt; um dem künstlichen kubischen A. auch dieses Ansehen zu geben, bringt man die Krystalle in ein rotierendes Faß zusammen mit feinstgepulvertem rotgebrannten Thon, von dem beim Umwälzen eine genügende Menge an den Krystallen haften bleibt, um ihnen die im Handel beliebte rötliche Farbe zu geben. bn der Zusammensetzung findet zwischen dem gewöhnlichen und dem kubischen A. kein Unterschied statt.