Albani, der Name einer reichen röm. Familie, die angeblich aus Albanien 1464 nach Italien flüchtete und sich in die Linien von Bergamo und Urbino teilte. Sie verdankt ihren Glanz dem Umstande, daß es ein A. war, der Papst Urban VIII. die Nachricht von der Erwerbung Urbinos überbrachte, und gelangte zu m l Ehren, als Giovan Francesco A. unter dem Namen Clemens XI. 1700 den — Stuhl bestieg. — Annibale A., geb. zu rbino 15. Aug. 1682, widmete sich dem geistlichen Stande und ging 1709 als Nuntius Clemens' XI. nach Wien, um den Kaiser mit diesem auszusöhnen. Er erhielt 1719 das Amt eines Camerlengo der röm. Kirche, zog sich aber 1747, um den Wissenschaften zu leben, nach seinem Bistum Urbino zurück und starb 21. Sept. 1751. Eine prächtige Bibliothek, eine Kunstsammlung, ein Münzkabinett, beschrieben von Venuti (2 Bde., Rom 1739), das später in das vatikanische überging, sowie 30 gelehrte Arbeiten, z. B. Memorie concernenti la città d'Urbino v (Rom 1724), zeugen von seiner geistigen Regsamkeit. — Alessandro A., Bruder des vorigen, geb. 15. Okt. 1692, trat ebenfalls in den geistlichen Stand und wurde 1720 Nuntius zu Wien, 1721 Kardinal und später von Maria Theresia zu ihrem Minister am päpstl. Hofe und zum Konprotektor ihrer Staaten ernannt. Zuletzt war er Bibliothekar des Vatikan. Er und na zu den thätigsten Freunden der Jesuiten und nahm lebhaften Anteil an den vielen Streitigkeiten, in welche der päpstl. Hof verwickelt wurde. Den größten Genuß gewährte ihm ½. im Palast A. Und besonders in der von ihm vor der Porta-Salara erbauten Villa aufgestellte Kunstsammlung, bei deren Anordnung und Bereicherung Winckelmann, Marini, Fea, Zoega und Mengs die wesentlichsten Dienste leisteten. Noch ist diese jetzt mit der Villa dem Fürsten Alessandro Torlonia gehörende Sammlung sehr reich an griech. und röm. Altertümern und andern Kunstgegenständen, obgleich viel daraus nach Frankreich entführt und 1815 nach München Justi 9e worden ist. A. starb 11. Dez. 1779. Karl Justi hat in seinem Leben Winckelmannsv diesen Cardinal treffend geschildert. — Carlo A., Bruder der vorigen, geb. 24. Febr. 1687, gest. 2. Juni 1724, erlangte mit dem Besitz von Soriano 1721 den Fürstentitel. —-Giovan Francesco A., der Sohn des letztern, geb. 26. Febr. 1720, wurde sehr jung Bischof von Ostia und Velletri und schon im 27. Jahre Kardinal. Den Bemühungen der Jesuiten, für deren Zwecke er eifrig arbeitete, verdankte er fortwährend bedeutenden Einfluß. Gegner der franz. Partei und der Revolution, floh er aus Rom, als die Franzosen unter General Berthier 1798 in die Stadt einzogen. Seine und seiner Familie Güter wurden von den Franzosen in Beschlag genommen. Unter Pius VII. kehrte er zurück und starb im Sept. 1809. — Giuseppe A., der Neffe des vorigen, geb. zu Rom 13. Sept. 1750, erhielt durch Pius VII. 1801 den Kardinalshut. Im Sinne seiner Familie schloß er sich osterreich gegen Frankreich an. Aufgefangene Briefe von ihm aus Wien, wo er sich 1796 im Interesse des päpstl. Stuhls aufhielt, gaben den Franzosen einen Vorwand zu dem erwähnten gewaltsamen Verfahren gegen seine te zun Sein Palast ward geplündert, und er ebte zurückgezogen in Wien, bis er 1814 nach Rom zurückkehrte. Leo XII. ernannte ihn zum Legaten in Bologna und Pius VIII. 1829 zum Staatssekretär. Während der Unruhen in den Legationen (1831) ward er als apostolischer Kommissar mit Truppen nach Bologna geschickt, wo eine neue österr. Intervention erfolgte. Während seiner Verwaltung der Provinz Urbino-Pesaro machte sich A. um dieselbe namentlich durch den Bau der großen nach Toscana führenden ½ verdient. Er starb zu Pesaro 3. Dez. 1834. Die Familie erlosch 11. Nov. 1852 mit seinem Bruder Filippo;: Name und ein Teil des Besitzes gingen an die Chigi über, der größte Teil des Vermögens an die mailänd. Familien Litta und Castelbacco. Vgl. Reumont, «Beiträge zur ital. Geschichtes (Bd. 5, Berl. 1857).