Arneth (Jos. Calasanza, Ritter von), Numismatiker und Archäolog, geb. 12. Aug. 1791 zu Leopoldschlag in Oberösterreich, besuchte das Stift St. Florian und das Gymnasium zu Linz, studierte seit 1810 zu Wien, wurde 1811 Praktikant im k. k. Münz⸗ und Antikenkabinett und 1813 zu dessen Kustos ernannt. Kurz darauf trat er indes als Offizier in die österr.⸗deutsche Legion und wohnte als solcher den Feldzügen von 1813 und 1814 bei. Darauf übernahm er wieder seine amtliche Stellung am Münz⸗ und Antikenkabinett. Als Erzieher des Fuürsten Joseph von Dietrichstein erhielt A. auch Gelegenheit, auf Reisen durch Deutschland, die Schweiz und Italien sein archäol. und numismatisches Wissen zu vervollkommnen. Von 1824 — 28 versah er provisorisch die Lehrkanzel für Welt⸗ und österr. Geschichte und deren Hilfswissenschaften an der Universität Wien. Besonders seit 1833 hat sich A. um die Vervollständigung, Aufstellung und Anordnung der ihm anvertrauten Sammlungen, denen er seit 1840 als Direktor vorstand, die größten Verdienste erworben. Am 14. Mai 1847 wurde er als ordentliches Mitglied in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Er starb 31. Okt. 1863. Die wissenschaftlichen Arbeiten A.s, die zum großen Teile in oft sehr umfangreichen Beiträgen zu Zeitschriften und Sammelwerken bestehen, gehören, mit Ausnahme der «Geschichte des Kaisertums Osterreich v (Wien 1827), vorzugsweise der Numismatik und der Denkmälerkunde an. Unter den Numismatikern genoß er einen weitverbreiteten Ruf als Autorität in der Bestimmung der Münzen und Beurteilung ihrer Echtheit. Von seinen numismatischen Arbeiten, die für musterhaft gelten, sind hervorzuheben: «Synopsis numorum graecorumo (Wien 1837), 4Synopsis numorum romanorumo (Wien 1842), «Katalog der k. k. Medaillenstempelsammlung» (Wien 1839) und «über das Taubenorakel zu Dodona » (Wien 1840). Von seinen archäol. Schriften sind die wichtigsten: «Zwölf röm. Militärdiplome »(Wien 1843), «Das Niello-Antipendium zu Klosterneuburg » (Wien 1844), «Das k. k. Münz⸗ und Antikenkabinetto (Wien 1845), „Die antiken Kameen des k. k. Münz⸗ und Antikenkabinetso (Wien 1849), «Die antiken Gold⸗ und Silbermonumente des k. k. Münz⸗ und Antikenkabinetts v benen 1850), Die Cinque-Cento-Kameen und Areiten des Benvenuto Cellini und seiner Zeitgenossenp (Wien 1858) und «Studien über Benvenuto Cellini o (Wien 1859). A. war seit 1817 vermählt mit Antonie Adamberger (s. d.), der frühern Braut Theodor Körners.