Aretino (Pietro), ital. Dichter, der natürliche Sohn eines Edelmanns Luigi Bacci, war 20. Mär 1492 zu Arezzo geboren, von welcher Stadt er au seinen Namen entlehnte. Wegen eines beißenden Sonetts auf den Ablaßhandel aus Arezzo verwiesen, kam er nach Perugia, um dort die Buchbinderei zu lernen. Von hier entwich er nach Rom, wurde von Papst Leo X. und Clemens VII. begünstigt, mußte jedoch wegen 16 Sonetten, die er auf ebenso viele unzüchtige Zeichnungen von Giulio Romano verfaßt hatte, Rom verlassen. A. ging nun zu Giovanni de' Medici (delle Bande nere), welcher ihm Gelegenheit gab, sich zu Mailand 1524 Franz I. von Frankreich n zu erweisen. Nach dem Tode Giovannis ließ er sich 1528 in Venedig nieder. Der Bischof von Vicenza söhnte ihn nicht allein mit Clemens VII. aus, sondern empfahl ihn auch Karl V., der 110 glänzende Geschenke machte und ein Jahrgehalt aussetzte. Er starb in Venedig 1557. Seine Werke umfassen: fünf Lustspiele und ein Trauerspiel, jene voll — und echt komischer Züge, dieses nicht ohne Verdienst; die ausgelassenen «Ragionamenti nebst der Puttana erranter; die 16 erwähnten Sonetti lussuriosiv, welche nebst den obscönen Dialogen unter dem Titel Académie des dameso in das Französische übersetzt wurden; endlich Rime, Stanze, Capitolip und einige unvollendete Epopöen.