Algau, auch Algäu oder Allgau, nennt man in weiterm Sinne den von Vorbergen der Alpen erfüllten Landstrich Schwabens, welcher sich von der ller, dem Bodensee und der Ill im W. bis zum ech im O. und vom Inn im S. bis zur Donau im N. ausbreitet. Gewöhnlich jedoch bezeichnet man mit dem Namen A. das Land im südwestl. Bayern (Schwaben), in den angrenzenden Teilen Württembergs und Tirols um die obere Iller bis herab nach Kempten und Memmingen, sodaß es etwa an Umfang dem alten Albigau oder Alpgau, wovon sich der heutige Name herschreibt, gleichkommt. Das A. wird anz von den Algauer Alpen, den nördl. Fortsehungen und Voralpen der Iueruit Alpen eingenommen. Das Gebiet der Iller mit seinen Thalbildungen ist die Centralfurche dieses Alpengaues mit seinen ppen Tan Bergstöcken, Wänden, Pyramiden, Klippen. Den Westflügel gegen den Bodensee ae setzen die Thäler der beiden Argen, der Weißach, Bregenzer Ach und Bolgen zusammen, den Ostflügel dagegen das Quellgebiet der s Lach der Cirkellauf der Vils und eine Strecke des Le thals. Damit trifft die Volks- und Sprachscheide genau zusammen. Der Dawef scheidet westwärts den Waldere», d. i. den Bewohner des Bregenzer Waldes, und ostwärts den «Lechlero oder Thaler⸗ (Lechthaler) scharf von sich aus. In den südlichern durch Querthäler getrennten Ketten überragen die Mädele-Gabel (2642 m) und der (2593m) die Linie des ewigen Schnees. Bei Immenstadt erheben sie sich noch in dem abenteuerlich geformten, eisenreichen Grünten oder Grinten, dem Rigi Oberschwabenso, bis 1733 m, gehen aber bald in die Hochebenen der Donau über. Die Wasserscheide zwischen Ill und Inn überschreitet im 1808 m hohen Arlberger Paß die Kunststraße von Feldkirch nach Landeck. Die Verbindung zwischen den Thälern des Lech und Inn bietet die Lechstraße, welche von Füssen aus die Alpen in den verschanzten Felsgassen des 924 m hohen Kniepaß und der Ehrenberger Klause durchschneidet, die Höhe von 1106 merreicht, sich bei Nassereit spaltet und, so doppelt verzweigt in dem Innthale mündend, auf der einen Seite über Inmst hinauf nach Landeck, auf der andern über Telfs und Zirl hinab nach Innsbruck führt. Die obern Züge des Gebirgs mit ihrer rein alpinischen Natur bieten den hier kleinen Viehrassen die trefflichsten Weiden. Das Algauer Rindvieh eignet sich wegen seines schönen, kräftigen, weniger grobknochigen Baues vortrefflich zum Ziehen, hat aber auch eine bedeutende Mastfähigkeit und gehört zu den milchreichsten Rassen Deutschlands und der Schweiz. Mit den Erzeugnissen der Viehzucht wird ein ansehnlicher, durch die Eisenbahn geförderter Handel nach Augsburg und Mün-Zie owie nach Nürnberg und Wien getrieben. ie Biehmärkte von Sonthofen sind von großer Wichtigkeit. Im nördlichen A., wo die Flußthäler sich zur Ebene auszuweiten beginnen, tritt mit der Alpenwirtschaft auch die Dreisch⸗ und Eggartenwirtschaft sowie der Flachsbau in Verbindung.