Alloxan, Verbindung von der Zusammensetzung C. HN Os entsteht bei der Einwirkung oxydierender Agentien auf Harnsäure bei Gegenwart freier starker Säuren. Das A. wurde 1817 von Brugnatelli entdeckt und als Erythrische Säure bezeichnet, 1838 von Liebig und Wöhler näher untersucht, 1864 von Bayer von neuem studiert. Es bildet 1 indem man Harnsäure in kleinen Mengen in kalt gehaltene konzentrierte Salpetersäure einträgt, oder ein Gemenge von Harnsäure und Salzsäure nach und nach mit chlorsaurem Kali versetzt. In Salpetersäure ist es unlöslich, es scheidet sich in dem Maße, wie es sich bildet, in kleinen Krystallen aus der Flüssigkeit ab, die nach 24stündigem Stehen durch Absaugen möglichst von Mutterlauge getrennt, mit wenig eiskaltem Wasser ewaschen und dann aus warmem Wasser umkrytallisiert werden; beim Lösen darf die Temperatur 70 nicht übersteigen, weil in höherer Wärme Zersetzung eintritt. Die sehr großen, schön ausgebildeten, glänzenden Krystalle enthalten 3 Moleküle Krystallwasser, welches unter Verwitterung im Exsiccator über Schwefelsäure entweicht. Die entwässerte Verbindung gibt beim Erwärmen auf 150 bei Abschluß der Luft ein weiteres Molekül Wasser ab und verwandelt sich in Alloxan-Anhydrid C.H-Na O. Durch reduzierende Agentien, wie Zinnchlorür, wird es in Alloxantin Ce H, N. Os verwandelt, dieses fällt z. B. als krystallinischer Niederschlag, wenn man die mit Salzsäure und chlorsaurem Kali bereitete Alloxanlösung mit Zinnchlorür versetzt; Alloxantin wird durch Oxydationsmittel, wie konzentrierte Salpetersäure, wieder in A. verwandelt. Fügt man zu einer mäßig warmen wässerigen Alloxanlösung ein Alkali, so entsteht Alloxgansäure C.H.NZ Oz5, eine starke Eierudsdi Säure, deren Alkalisalze in Wasser löslich sind, die Erd⸗ und Metallsalze sind teils schwer, teils unlöslich; die Lösungen der Salze zersetzen sich beim Kochen unter Bildung von Mesoxalsäure und Harnstoff.