FeedAlmeria (im Altertum Urci)
ErdkundeBrockhaus 1882

Almeria (im Altertum Urci), Hauptstadt der gleichnamigen span. Küstenprovinz, welche die östl. Ecke von Andalusien begreift und auf 8553 akm (1877) 349 854 E. zählt. Die Stadt ist ein fester Hafenplatz und Bischofssitz, liegt im Hintergrunde der Bai von A., Iubr ei von der Mündung des Rio de A. und am Fuße eines felsigen Bergrückens, der ein wohlerhaltenes maurisches Kastell (Alcazaba) trägt. Die Häuser der Stadt haben platte Dächer und teilweise echt afrik. Aussehen. Zur Zeit der Mauren, denen A. seine Größe verdankt, war es der wichtigste Hafen der Küste von Granada und ein sehr reicher, durch Handel, Kunst und Gewerbe blühender Ort. Später sank die Stadt mehr und mehr, hat sich aber seit 1852, wo man den gänzlich vernachlässigten Hafen zu reinigen und durch den Bau eines Molo u. w. zu verbessern begann, allmählich wieder gehoben, ist ein aufblühender Handelsplatz geworden und zählt (1877) 40323 E. Hauptausfuhrartikel sind Blei, Esparto und Soda. A. besitzt 1.10u Kirchen und Klöster, eine Kathedrale, eine Normalschule und eine Wasserleitung und ist von modernen Festungswerken umgeben. Außerdem wird es durch das noch immer als Citadelle dienende vieltürmige Kastell und durch das im SW. auf einem steilen Felsberge liegende Fort San⸗-Telmo gut I In der Nähe von A. befinden sich 1 leischmelzhütten, sowie am Fuße der an leigruben reichen Sierra de Alhamilla heiße, zu einer Badeanstalt benutzte Mineralquellen von 52% C. Ein anderes Bad liegt bei dem Dorfe Alhama la seca (s. d.). Südwestlich von A., am Ufer der Bai und am Fuße der hohen, kahlen Sierra de Gador, liegt das Dorf und Fort Ro-⸗ quetas mit ergiebigen Salinen und 2510 E. Ostlich von der Stadt breitet sich die dürre Steppe des Campo de Nijar aus, in welcher die Villa (Stadt) Nijar mit 13661 E. liegt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 447Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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