FeedAloiden
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Aloiden oder Aloaden hießen in der griech. Mythologie die beiden Söhne der Iphimedeia und des Poseidon, nach dem Aloeus, dem Gemahle ihrer Mutter. Sie waren Riesen von außerordentlicher Größe und Kraft. Wunderbar früh übermächtig erstarkt, hielten sie Ares 13 Monate in einem ehernen Faß gefangen, bis ihn Hermes listig befreite. Als sie neun Jahre alt waren, versuchten sie (wie die Giganten, mit denen sie dann auch vermischt werden) den Himmel zu stürmen. Sie türmten deshalb den Ossa und den Pelion aufeinander und beide auf den Olymp, fielen dann aber durch die Pfeile von Apollon. Auch wird erzählt, daß sie nach dem Besitz der Artemis Eund Hera) trachteten und daß jene in Gestalt einer Hirschkuh mitten zwischen ihnen hindurchsprang, worauf sie, mit den Speeren nach dem Tiere werfend, sich gegenseitig selbst töteten. Dann erscheinen sie auch unter den unglücklichen Büßern in der Unterwelt. Außer diesen Sagen finden sich bei den Alten noch viele lokale Mythen, worin die A. auch eine kulturfreundliche Thätigkeit entfalten. Ihrem Wesen nach erscheinen sie als Dämonen des fruchtbaren Bodens und des Ackerbaues.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 452Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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