Alt (ital. alto und contralto, frz. haute-contre), vom lat. altus, d. i. hoch, hieß ursprünglich die höhere, über den Tenor hinausgehende Männerstimme, auch Falsetto Falsett) genannt, bedeutet aber jetzt umgekehrt die tiefere Stimme bei Frauen und Knaben. Der A. ist nach dieser modernen Bezeichnung die zweite der vier Hauptklassen der menschlichen Stimme und kommt, wie jede der drei übrigen, in det Haupsgas Abstufungen vor. Man unterscheidet hauptsächlich einen tiefern und höhern A. Der Umfang des erstern reicht ungefähr vom kleinen f bis zum zweigestrichenen foder g, während die Grenzen des letztern um einen bis zwei Töne höher zu setzen sind. Dem Umfange nach fällt der höhere A. mit dem Mezzosopran zusammen, und beide Stimmen werden oft miteinander verwechselt, sind aber durch die natürliche Struktur der Stimme, das Heen ue nis, leicht zu unterscheiden. Der A. besteht aus zwei Registern (s. Stimme), deren Scheide ungefähr beim eingestrichenen h, beim Knabenalt meist einige Stufen tiefer liegt. — In der Tonsatzlehre, vorzugsweise im vierstimmigen Satze, nennt man A. die zweite Oberstimme. In der Instrumentalmusik werden die Instrumente, welche die zweite Oberstimme vertreten, durch das vorgesetzte Alto schlössel z. B. Altviole, Altposaune u. s. w. Altlüssel oder Altzeichen heißt die dem Umfange es A. entsprechende Anwendung des C-Schlüssels auf der dritten Linie des Notensystems.