FeedIntervall
MusikBrockhaus 1882

Intervall (lat., d. i. Zwischenraum) bezeichnet im allgemeinen einen Abstand von Linien, Erscheinungen oder Zeitabschnitten, so z. B. bei Skalen die Distanz der Teilkinien, bei Fiebern die Zeit des Nichtleidens, bei Rechtsstreitigkeiten die Fristen etc. n der Akustik und Musik bedeutet Intervall das Verhältnis zweier Töne von verschiedener Schwingungszahl oder das Verhältnis zweier durch Höhe oder Tiefe verschiedener Töne als ent-Küne pon dem Einklang, dem Verhältnis zweier öne von gleicher Höhe oder Tiefe. Bei Berechnung der J. geht man in der Regel vom tiefern Tone gegen den höhern hin und benennt alsdann das geforderte J. mit dem lat. Namen derjenigen Zahl von Tonstufen, welche man durchschreiten muß, um zu dem gesuchten Tone zu gelangen. Der Ausgangs⸗ oder Grundton wird jederzeit als erste Stufe (Prim) mitgezählt; auf die Prim (0) folgen: Sekunde (D), Terz (E), Quart (E), Quint (G), Sext (&), Septim (II) und Oktav (e), welche che Töne (mit Einschluß der Prim, C) die diatonische Tonfkala geben; schiebt man in die letztere, zwischen je zwei Haupttönen, sog. Halbtöne ein, z. B. zwischen C und D das Cis, zwischen P und E das Dis u. s. w., so erhält man die chromatische Tonleiter. In seltenen Fällen nimmt man den höhern Ton zum Ausgangston und zählt gegen den tiefern hin; man fügt dann ihren Zahlnamen die nähere Bestimmung „Unterv hinzu (Unterterz, Unterquinte u. s. w.) und nennt sie überhaupt Unterintervalle. Durch die bei der chromatischen Tonleiter eingeschobenen Halbtöne wird der Name der Haupttöne nicht alteriert; man bezeichnet jedoch auch die eingeschobenen Halbtöne ähnlich wie ihre benachbarten Haupttöne, gibt aber jenen eine nähere Bestimmung durch die Beiwörter rein (vollkommen), groß, klein, übermäßig und vermindert, und man spricht von reinen Primen, Quinten, Quarten und Oktaven, von großen und kleinen Setunden, Terzen, Sexten und Septimen, von übermäßigen Sekunden, Quinten, Serten, Primen und Oktaven, und von verminderten Septimen, Quinten, Quarten, Terzen. ö In der Taktik bezeichnet Intervall die Entfernung zwischen zwei nebeneinander stehenden Truppenabteilungen oder auch zwischen zwei Geschützen Die Größe des J. ist für die verschiedenen Waffen. uur große und deren taktische Abteilungen, ebenso ür größere Truppenkörper durch die Reglements bestimmt, kann aber nach den Terrain- und Gefechtsverhältnissen vergrößert oder verkleinert werden. Nur darf im ersten Falle nicht die Verbindung verloren gehen, im zweiten nicht die freie Bewegung gehindert und dem feindlichen Geschützfeuer eine zu gedrängte Aufstellung geboten werden. Das J. ist nicht mit der Distanz zu verwechseln, welche den Abstand hintereinander stehender Truppen oder Geschütze bezeichnet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 639Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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