Andreasberg (Sankt), Bergstadt im Oberharze, im Kreise Zellerfeld des preuß. Landdrosteibezirks Hildesheim, 11 km südsüdwestlich vom Brocken, zum Teil 532 müber dem Meeresspiegel, zählt (1880) 3262 E. und ist bekannt durch den Bergbau, der auf den in der Nähe liegenden Silbergruben betrieben wird. In technischer Bedeutend bietet dieser Bergbau, der früher viel beeutender war, das Charakteristische, daß kein einziger der 24 bekannten erzführenden oder edeln vant mit einem der Hauptthäler des Harzes parallel läuft. Es durchsetzen diese Gänge, ein irreuläres Netz bildend, sämtlich die Bergrücken und häler unter den verschiedensten Richtungen, wobei oft ein Verwerfen oder Schleppen stattfindet. Ungeachtet ihrer 956 Lie Mächtigkeit von höchstens 1,25 m ist die ——. iefe der Gänge bemerkenswert. So ist der Samsongang mit einem Schacht bis zu einer Tiefe von 900 m aufgeschlossen. Die Erze, namentlich die reichen Silbererze, liegen selten in größerer Ausdehnung im Gange, sondern kommen gewöhnlich nur nesterweise vor. Außer den verschedenartigsten Silbererzen führen diese Gänge noch eine Menge der pyentter Mineralien. Auf der 2,5 EKm von der Stadt entfernten Silberhütte werden sämtliche Erze (Bleiglanz, reiche Silbererze, Fahlerze u. s. w.) auf Silber und Blei und die dabei ful Kupfersteine auf Kupfer und Silber verhüttet. Aus dem silberhaltigen, gediegenen Arsenik (Scherbenkobalt), welcher ein häufiger Begleiter der Erze ist, wird als Nebenprodukt arsenige Säure gewonnen. Die Wasserversorgung der Stadt und der Gruben geschieht durch den Rehberger Graben aus dem 7, km entfernten Oderteich. In neuerer Zeit ist A. auch als klimatischer Kurort empfohlen und im J. 1863 daselbst ein Fichtennadelbad nebst Kräuter⸗ und Molkenkuranstalt errichtet worden. Bedeutend ist auch die Kanarienvögelzucht.