FeedIngävonen
ErdkundeBrockhaus 1882

Ingävonen (Ingväonen) nannte man in ältester german. Zeit im Sinne der Mannussage die Abkömmlinge des Ingo leines der Enkel des Tuisto), einen Hauptteil der eigentlich deutschen Völker, die niederdeutschen, der Hauptsache nach alle jene, die in der spätern Geschichte (mit Einschluß der Angelsachsen, Westfalen, Engern, Ostfalen) als Sachsen und Friesen auftreten. ngber, s. Ingwer. ngbert (Sankt), Stadt in der bayr. Rheinpfalz, Bezirksamt Zweibrücken, unweit der preuß. Grenze, 19 km westlich von Zweibrücken am Rohrbach, einem Zufluß der Saar, Station der Linie Germersheim-Saarbrücken der Pfälzischen Eisenbahn, ist Sitz eines Amtsgerichts und zählt (1880) 9811 meist kath. E. Der Ort ist Mittelpunkt einer ansehnlichen Kohlen-undEisenindustrie. Die Kohlenablagerung von J. hat eine Länge von ungefähr 1800 m. Es sind in derselben 27 bauwürdige und 30 unbauwürdige Flötze bekannt, von denen die erstern eine Mächtigkeit von 24,5 m haben. Die Eisengruben liefern jährlich 5069000 Centner Erz/ die Eisenwerke große Mengen Roheisen, Stabeisen, Gußwaren, Blech und Draht, einige andere Hütten Alaun und Bittersalz. Die Fabrikation erstreckt sich auf Ruß, Coaks, Glas, Maschinen. Außerdem sind Nal eine Pulver⸗ und eine Pfropfenfabrik. In der zähe befindet sich ein brennendes Kohlenlager. Tochter Waldemars I. von Dänemark und seit 14. Aug. 1193 mit Philipp II. August von Frankreich verheiratet, der sich jedoch schon im November mit Zustimmung seiner Bischöfe von ihr trennte und, obwohl J. an den Papst appellierte, 1196 Agnes von Meran heimführte. Innocenz III. setzte es zwar durch, daß Philipp nach dem Tode der Agnes 1201 J. wieder zu seiner Frau annahm, konnte aber nicht verhindern, daß er sie bald nochmals verstieß. Der ärgerliche Handel, bei welchem die Sympathien der Unterthanen sich der unglücklichen Königin zukehrten, wurde erst zu Anfang 1213 beendet, als Philipp, durch den bevorstehen— den großen Kampf mit England und dem Kaiser Otto IV. auf ein enges Bündnis mit dem Papste und auf Beseitigung aller Unzufriedenheit im eigenen Lande hingewiesen, J. als Gemahlin und Königin zurückführte. J. starb kinderlos 1226.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 597Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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