Angäroi (4Yyapor) wurden im alten Persischen Reiche reitende Boten genannt, welche dazu bestimmt waren, Regierungsbefehle und Nachrichten im Interesse des Staats nach und von den Hauptorten der pers. Monarchie zu befördern. Herodot und Xenophon nennen die Einrichtung Angareion und beschreiben sie in der Weise, daß in der Entfernung je eines Tagerittes Stationen errichtet waren. Sobald eine königl. Botschaft eintraf, wurde sofort ein reitender Bote abgefertigt, welcher die Botschaft bis zur nächsten Station beförderte und sie dort dem zweiten Kurier übergab u. s. f. bis zum Bestimmungsorte. Kenophon schreibt die Einrichtung dem Cyrus zu, der ihrer bedurft habe, um seine Befehle schnell und sicher den Satrapen in den Provinzen zu übermitteln und jederzeit von dem Zustande des weiten Reichs unterrichtet zu sein. Herodot erwähnt der Straße von Sardes nach Susa, auf welcher für die Entfernung von 450 Parasangen (2500 Km) 111 Stationen bestanden. Die Botschaft des Xerxes von der Niederlage bei Salamis wurde ebenfalls mittels A. na Susa befördert, von wo sich ein Kurs nach Babylon (80 Parasangen) abzweigte. Das Angareion wurde auch von Alexander d. Gr. und seinen Nachfolgern, namentlich von Antigonus, wie Diodor berichtet, unterhalten; später hat die Einrichtung als Vorbild für die von auras) ge begründete röm. Staatspost (cursus publicus) gedient und ist auch von Karl d. Gr. nachgeahmt worden; sie kann also als der Anfang des Postwesens betrachtet werden. Angeboren. Was der Mensch mit auf die Welt bringt, und was mithin auch nicht Werk seines Willens und seines Verdienstes ist, sind diejenigen physischen und psychischen Grundlagen seines individuellen Wesens, deren Weiterentwickelung mit der Geburt beginnt. Angeboren, sagt man daher, ist dem Menschen sein Körper und die 15 stige Anlage. Ob aber 6h gewisse Ideen und Begriffe dem Menschen angeboren sind, darüber hat man viel gestritten, namentlich seit den Zeiten Lockes und Leibniz'. Obgleich nämlich der Mensch nicht von Geburt an das Bewußtsein von Begriffen und 10 ün hat, weil das Bewußtsein selbst erst entsteht, o sind sie doch der geistigen Natur nach ursprünglich und das Resultat einer gesetzmäßigen Ausbildung unsers geistigen Wesens, und nach dieser Ursprünglichkeit, die jedoch den äußern Einfluß auf unsere Ausbildung nicht überhaupt ausschließt, sind sie oft in unrichtiger Tienn angeboren genannt worden. Man könnte vielmehr sagen, alle Ideen sind auch erworben; nur gibt es solche, zu deren Erwerbung jeder Mensch die Bedingungen von Natur besitzt, indem sie im Laufe der geistigen Entwickelung unwillkürlich und notwendig entstehen. . Angeborene Krankheiten nennt man diejenigen, welche das neugeborene Kind mit auf die Welt bringt. Sie sind entweder durch die Zeugung bs eingepflanzt (Bildungsfehler), oder während es Fruchtlebens, z. B. durch Krankheiten des Fötus, eingetreten, oder während des Geburtsakts entstanden, z. B. durch eine in den Geburtswegen der Mutter mitgeteilte Ansteckung, oder durch die geburtshilflichen Eingriffe.