Angslus Dei, auch bloß Angelus, heißt eine Gebetformel der Katholiken, zu welcher durch dreimaliges Läuten, des Morgens, Mittags und Abends, aufgefordert wird. Das Gebet beginnt mit den Worten Angelus domini nunciavit Mariaey (Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft). Es wurde anfangs nur abends gesprochen, daher Angelusläuten das Abendläuten bedeutet; der Papst Gebet Ar XXII. knüpfte jedoch Ablässe an dieses Gebet Angelusablaß), und mehrere Synoden des 14. Noben sowie die Synode von Mainz (1423) empfahlen die dreimalige Wiederholung desselben. Angeélus Silesius, eigentlich Johannes Scheffler, Gebicar Dichter des 17. Jahrh., geb. 1624 zu Breslau, besuchte das Gymnasium daselbst, studierte seit 1643 zu Straßburg, Leiden und Padua und erwarb sich an letzterm Orte 1648 die philos. und mediz. Doktorwürde. Von Nov. 1649 bis gegen Ende 1652 war er Leibarzt bei dem Herzog Sylvius Nimrod zu Öls, trat 12. Juni 1653 in der Matthiaskirche zu Breslau zum Katholizismus über und nahm in der Firmung den Namen Angelus an. A. wurde 1654 zum kaiserl. Hofmedicus ernannt, im Febr. 1661 in den Minoritenorden aufgenommen und empfing 21. Mai desselben d6 or Min Neiße die Priesterweihe. Im J. 1664 wurde er Marschall (oberster Hofmeister) und Rat des Fürstbischofs zu Breslau und starb 9. Juli 167⁷7 im Matthiasstifte daselbst. A. hat sich als Dichter von mehr als 200 geistlichen Liedern und als Spruchdichter hervorgethan. Die erstern finden sich in «Heilige Seelenlust oder Geistliche Hirtenlieder der in ihren Jesum verliebten Pfychev Bresl. 1657; vermehrt 1668; neue Ausgabe von Aurbacher, Münch. 1826). A. Reimsprüche, welche zuerst unter dem Titel: «Cherubinischer Wandersmann oder Geistreiche Sinn⸗ und Schlußreimer (Wien 1657), dann mit einem sechsten Buche vermehrt (Glatz 1674, zuletzt Sulzb. 1829) erschienen, sind in einem überschwenglichen Stile, aber in gewandter Form geschrieben. Die in denselben niedergelegten Gedanken schöpfte er zum großen Teil aus Taulers Schriften, aus Ruysbroek, Bonaventura, Sankt Bernhard und Sankt Augustin. Ausgewählte Sammlungen der Reimsprüche sind neuerer Zeit mehrfach veranstaltet worden, so pvon Varnhagen von Ense (Berl. 1820; 3. vermehrte Aufl. 1849), von Wilh. Müller in der «Bibliothek deutscher Dichter» (Bd. 9, Lpz. 1826), von Christoph von Schmid (in Geistliches Vergißmeinnrichte, Augsb. 4839), von Hermes (Magdeb. 1845) und von Braun (Trier 1855). Außerdem hat A. noch eine große Anzahl von theol. Streitschriften veröffentlicht, die zum Teil pseudonym en und durch ihre fanatische Wen mit seinen Dichtungen auffällig kontrastieren sowie eine „Sinnliche Betrachtung der vier letzten Dinge v (Schweidnitz 1675), eine poetische Arbeit, die an Sinnlichkeit und Roheit leidet. Eine Gesamtausabe seiner poetischen Werke hat Rosenthal (2 Bde., egensb. 1862) veranstaltet. Vgl. Wittmann, (Angelus Silesius als Konvertit, als mystischer Dichter und als Polemiker» (Augsb. 1842); Kahlert, «Angelus Silesius, eine litterarhistor. Untersuchungo (Bresl. 1853); Hoffmann von Deuthate leben in dem „Weimar. Jahrbuch für deutsche Sprache, Litteratur und Kunsto (Bd. 1, Hannov. 1854); Kern, „Joh. Schefflers Cherubinischer Wandersmannv (Opz. 1866); Lindemann, «Angelus Silesius, Bild eines Konvertiten, Dichters und Streittheologen» (Freiburg i. Br. 1876); Treblin, „Angelus Silesius v (Bresl. 1877). Angély (Louis), Theaterdichter, geb. 1. Febr. 1787 zu Leipzig, war lange Zeit Schauspieler namentlich in den Städten der russ.⸗deutschen Ostseeprovinzen, später Mitglied des Deutschen Theaters in Petersburg, wo er als Komiker mit Glück spielte. Im J. 1828 wurde A. bei dem Scauipielet und Meafse Theater in Berlin Schauspieler und Regisseur, zog sich 1830 von der Bühne zurück, kaufte einen Gasthof in Berlin und starb daselbst 16. Nov. 1835. An eigener Erfindung arm, wußte er franz. Stücke mit vieler Gewandtheit zu lokalisieren und den deutschen, namentlich berliner Verhältnissen anzupassen. Die Schneidermamsellsv, „Schülerschwänke, „«Schlafrock und Uniformy, „Die beiden Eifersüchtigen o5, «Die beiden Hofmeistero, «Die Reise auf gemeinschaftliche Kosteno, sieben Mädchen in Uniformv, «Paris in Pommerno, «List und Phlegmay und «Das Fest der Handwerkero machten unter seinen Possen und Singspielen das meiste Glück. A.s dramatische Arbeiten sind gesammelt in den „Vaudevilles und Lustspiele (4 Bde., Berl. 1842). ngenehm nennt man im allgemeinen einen Gegenstand, insofern er ein Gefühl der Lust erweckt. Durch die Unmittelbarkeit, mit welcher die Empfindung des Angenehmen oder Unangenehmen sich uns aufdringt, grenzt es nahe an die Wirkung des Schönen; doch unterscheidet sich das Schöne von dem Angenehmen dadurch, daß man —— über das, was an einem schönen Gegenstand gefällt, Rechenschaft ablegen kann, während das Angenehme immer nur subjektives Gefühl bleibt daher auch der Streit über das Angenehme sich nicht theoretisch entscheiden läßt, während die Unter uchun des Schönen sich in der Asthetik zu einer Wissens aft ausgebildet hat. Auger hießen natürliche Weideplätze, welche, entweder den Gemeinden gehörig, in der Nähe derselben oder, zu Domänen oder Privatbesitz gehörend, meistens entfernt vom Wirtschaftshofe liegen und schlechten Boden haben, infolge dessen dieselben nicht als Acker, sondern nur als Weide, in der Regel für Schafe, zu nutzen sind.