Antonins, der Heilige, auch A. von Theben genannt, der Vater des Mönchtums, war um 251 zu Koma bei Herakleia in Oberägypten geboren. Nachdem er sein ganzes Vermögen an die Armen gegeben, zog er sich um 270, um sich der Andacht zu widmen, in ein Grabmal in der ähe seiner Heimat, später noch tiefer in die Einöde in ein verfallenes Schloß zurück. Hier kämpfte er, von furchtbaren Phantasien geplagt, den harten — gegen die eigene Natur. Nur selten, wie bei der Christenverfolgung 311, trat er aus seiner Einsamkeit hervor, vom Volke als ein Heiliger angestaunt. Als bewundernde Jünger ihm in die Wüste folgten und ihre Hütten neben die seinige bauten, gebot er ihnen Gebet und Handarbeit zu ihrem Unterhalt. Seine eigene Kost war Brot und Salz. Seine Lebensbeschrebung, die den Namen des Athanasius trägt, weiß viel von Wunderheilungen und Dämonenaustreibungen, die dem Heiligen gelungen, aber auch manch körniges Wort praktischer Frömmigkeit aus seinem Munde zu berichten. Er starb, 105 Jahre alt, um 356. Das Leben des A. hat Weingarten (Der Ursprung des Mönchtumsv, Gotha 1877) für spätere Dichtung erklärt, doch ist nur die sagenhafte Ausschmückung seiner Lebensgeschichte, nicht aber deren völlige Ungeschichtlichkeit zuzugestehen. Sicher unecht sind die ihm beigelegten Briefe ascetischer Schriften und Mönchsregeln. In der kath. Kirche steht A. in sehr hohem Ansehen. Die Geschichte seiner Versuchung war jahrhundertelang ein stehendes Thema der Malerei; das bekannteste Gemälde ist das von David Teniers im berliner Alten Museum. Gegen das nach ihm benannte Antoniusfeuer, eine im Mittelalter häufig vorkommende Volkskrankheit, bei welcher das brandige Absterben der Glieder stattfand und die eine Folge der Mutterkornvergiftung (s. Mutterkorn) war, soll das Gebet um seine Fürsprache geholfen 96 de Gaston, ein reicher franz. Edelmann, der bei den angeblichen Gebeinen des A. zu St.⸗Didier-la-Mothe eine solche Kur für seinen Sohn erfleht hatte, stiftete aus Dankbarkeit 1095 zur Pflege der Kranken und Beschützung der Pilger die Hospitalbrüderschaft des heiligen A., deren erster Großmeister er war. Dieser Orden erhielt auf der Kirchenversammlung zu Clermont 1096 die päpstl. Bestätigung, übernahm 1218 die Mönchsgelübde und wurde von Bonifaz VIII. 1298 zu einer Brüderschaft geregelter Chorherren nach der Regel des Augustinus mit der Bestimmung erklärt, daß der Großmeister Abt heißen, zu St.⸗ Didier-la-Mothe seinen Sitz sollte und General aller Klöster des Ordens sein sollte. Die Prioren der Klöster nannten sich Komture, später Präzeptoren. Die Kleidung dieser Antonierherren, Antonianer und Antoniter, wie sie nun als Kanonici hießen, war schwarz und mit einem der Form eines sich nähernden Kreuze von blauem Schmelz auf der Brust ausgezeichnet. Vielfache Schenkungen machten sie reich und verschafften ihrem Orden eine weite Ausbreitung. Ihr Präzeptor zu Lichtenberg im sächs. Kurkreise war vor der Reformalion Kanzler der Universität zu Wittenberg. Im 18. Jahrh. ten sie, namentlich in Frankreich, noch mehrere Klöster, vereinigten sich aber 1774 mit den Maltesern. ie Sankt Antoniusbilder hielt man sonst für Schutzmittel gegen Feuersbrünste.