FeedArcöle
ErdkundeBrockhaus 1882

Arcöle, Dorf mit 2800 E. in der ital. Provinz Verona, am Alpon, einem linken Nebenflusse der Etsch, liegt 24 km südöstlich von Verona und ist berühmt durch die Schlacht vom 15. bis 17. Nov. 1796, welche Bonaparte gegen die Osterreicher lieferte. Ein österr. Heer, 48000 Mann stark, rückte unter dem Feldzeugmeister Alvinczy von Tirol nach Italien, zum Entsatze von Mantua; die Hauptkolonne, 29000 Mann, durch das Friaul gegen die untere Etsch, die Nebenkolonne unter Davidovich 99951 die bis Trient vorgedrungene Division Vauois; bei Verona sollten sich beide vereinigen und dann gegen Mantua vordringen. Bonapartes Armee war nur 43000 Mann stark; davon hatte er, weil Mantua blockiert werden mußte und Vaubois in Tirol stand, nur die Divisionen Augereau und Massena, etwa 18000 Mann, zur Stelle. Diese vereinigte er bei Verona, war aber in den ersten Gefechten gegen die Hauptkolonne zu Anfang November 310 glücklich und in übler Lage. Er überschritt 15. Nov. unbemerkt bei Ronco die Etsch; die Division Augereau rückte durch das sumpfige Terrain auf dem Damme gegen die Brücke, welche bei A. über den Alpon führt, Masseéna etwas später zur Deckung dieser Bewegung auf dem andern Damme an der Etsch aufwärts. A. war aber besetzt und Augereaus Angriff auf die Brücke wurde abgeschlagen. Die Kolonne wich in Unordnung auf dem Damme zurück, Bonaparte wurde dabei in einen tiefen Wassergraben gedrängt und nur mühsam gerettet. Ebenso und Bonapa hatte * dem Etschdamme Massena, und Bonaparte zog abends alles hinter die Etsch zurück, während Logtärom der schon 95 Verona vorgerückt war, Verstärkungen nach AÄ. sandte und schließlich seine Hauptmacht hinter dem Alpon versammelte. Am 16. Nov. wurde die Schlacht auf den Dämmen erneuert, von beiden Teilen angriffsweise. Massena warf den Nitrot wodurch er Augereau, der am Alpon vor itrowsty in Bedrängnis geraten war, Luft schaffte. Ein Versuch der Franzosen, den Alpon auf Faschinen zu überschreiten, mißglückte. Am 17. Nov. wurde endlich, um die Dämme zwischen den Flüssen zu vermeiden, eine Bockbrücke weiter südlich gebaut, auf welcher Augereau überging und nun jenseit des Alpon überraschend gegen A. vordrang. Jetzt mußten die Österreicher Befehl Alvinczys den Rückzug antreten. Kein Teil hatte, nach Marmonts Zeugnis, einen wirklichen Sieg Manwua doch war auch dieser Entsatzversuch für Mantua durch die lacht von A. vereitelt. reon (Jean Claude Eléonore Lemieaud d'), ausgezeichneter franz. Ingenieur, geb. 1733 zu Pontarlier, trat 1754 in die Militär ule zu Mézieres, 1755 in das Geniekorps. Im Siebenjähri-Var Kriege zeichnete er sich vorzüglich 1761 bei der erteidigung von Kassel aus. Um sich des Auftrags, eine Karte von dem Jura und den Vogesen aufzunehmen, schneller zu entledigen, erfand er 1774 eine neue verbesserte Tuschmanier. Im J. 1780 erfand A. schwimmende Batterien, die bei der Belagerung von Gibraltar 1782 zur Anwendung kommen sollten, deren Erfolg jedoch durch die Eifersucht der span. Offiziere auf die Franzosen vereitelt wurde. Bei dem Einfall in Holland unter Dumouriez nahm er mehrere feste Plätze, unter andern Breda. Später zog er sich zurück und schrieb sein bestes Werk: «Considérations militaires et politiques sur les fortifications (Par. 1795). Bonaparte, der A. sehr schätzte, berief ihn 1799 in den Senat; er starb 1. Juli 1800.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 857Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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