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GeschichteBrockhaus 1882

Italienischer Krieg von 1848/49. Zu Anfang des J. 1848 eninand in Italien unter dem Schutze des Papstes Pius IX. und des Königs Karl Albert von Sardinien eine revolutionäre, die Beseitigung der Fremdherrschaft anstrebende Bewegung, welche um Mitte März die Empörung der lombard. und venet. Städte zur Folge hatte. Der österr. Feldmarschall Graf Radetzty verfügte in Oberitalien nur über 70000 Mann, worunter sich 16 dort ausgehobene Bataillone befanden, von denen sich 9 dem Aufstande anschlossen. Vom 18. bis 22. März fand in Mailand ein Straßenkampf statt, Venedig rief die Republik aus und wurde von der österr. Garnison geräumt, ebenso gingen Cremona, Bergamo, Brescia, Treviso, Udine, Osoppo und Palmanuova verloren. Radetzky erkannte, daß er Verstärkungen abwarten müsse, und versammelte seine Truppen unter dem Schutze des Festungsvierecks zwischen Etsch und Mincio bis 4. April. Aus ganz Italien erhielten die Aufständischen Zuzug: 45000 Sardinier rückten in zwei Kolonnen über Mailand und Pavia 25. März in die Lombardei ein, 5000 Freischärler rückten 24. März nach Brescia, wo mit Hilfe sardin. Offiziere ein lombard Korps von zwei Divisionen formiert wurde, in Venedig standen 9000 Aufständische, auf dem Festlande Venetiens 11000 unter Zucchi und dem sardin. General Lamarmora, aus Toscana trafen Anfang April 5000, aus Parma und Modena 4000, aus dem Kirchenstaate unter dem sardin. General Durando 15000 Mann bei Ferrara ein, aus Neapel 15000 Mann bei Bologna. König Karl Albert übernahm zu Anfang April den Oberbefehl und hatte damals 96000 Mann zur Verfügung, zu denen binnen zwei Monaten 45000 Mann Verstärkungen stoßen sollten. Der König beschloß, anzugreifen und die numerische überlegenheit seines Heeres auszunutzen; er überschritt 8. April den Mincio, wobei es bei Goito (s. d.) und tags darauf bei Valeggio zu Gefechten gegen die österr. Vortruppen kam, und Graf Radetzky sammelte seine Ruanmumter unter den Werken von Verona; 8000 Mann unter Feldmarschalllieutenant Welden schühten im Verein mit den Landesschützen Tirol gegen die ital. Freischaren und deckten die Verbindung nit Verona. Karl Albert beschloß, Peschiera zu beagern, und 30. Mai zog die österr. Garnison, da ule Lebensmittel verzehrt waren, nach Kroatien ab und räumte den Platz. Ein am 19. April gegen Mantua geplantes Unternehmen scheiterte dagegen vollständig, und der thatkräftige Gouverneur, General von Gorczkowski, verhinderte sogar die Einschließung des Platzes. Das sardin. Heer besetzte 27. April die Stellung von Somma-Campagna und Sta.⸗Giustina und griff an den beiden folgenden Tagen vergeblich Pastrengo an, welches erst am 30. pril nach dreistündigem, blutigem Kampf erstürmt wurde. Der König beschloß, nunmehr Radetzlys Hauptmacht bei Verona anzugreifen, wurde aber 6. Mai bei Sta.⸗ Lucia (s. d.) von den nur halb so starken Osterreichern zurückgeschlagen. Seit dem 17. April drangen unter Feldzeugmeister Graf Nugent 25000 Osterreicher vom Isonzo her unter beständigem Gesecht im Venetianischen vor, erreichten 3. Mai die Piave, trieben die dort versammelten röm. und venetian. Truppen zurück, schlossen 11. Mai Treviso ein, griffen 24. Mai Vicenza an und stießen, noch 15000 Mann stark, in Verona zu Radetzky. Dieser führte sein Heer bei Nacht in drei Kolonnen uber Mantua zum Treffen bei Curtatone 29. Mai, kämpfte tags darauf ohne Erfolg bei Goito, sandte hierauf 12000 Mann nach Verona und marschierte mit 31 000 Mann nach Vicenza, ließ am 10. Juni die Monti Berici stürmen und erzwang, nachdem noch gegen Abend das Kloster Madonna del Monte genommen worden war, am nächsten Morgen die Kapitulation der Festung. Die neapolit. Hilfstruppen waren inzwischen nach Hause zurückgekehrt, und aus dem innern Österreich kamen Verstärkungen heran, welche die Strada d'Allemagna und die von Trient durch die Valsugana nach Verona führende Verbindung eröffneten, sowie Treviso 14. Juni zur Kapitulation zwangen. Das Heer des Königs war auf 75 000 Mann gebracht und schloß vom 13. bis 27. Juli Mantua ein, Radetzky hatte 58 000 Mann beisammen, ließ von Tirol her Truppen gegen Rivoli vorgehen, entsetzte 14. Juli Ferrara und beschloß, die weit ausgedehnte Stellung des sardin. Heeres zu durchbrechen. Nach einigen kleinen Gefechten erlitt Karl Albert am 23. Juli und den beiden folgenden Tagen bei Somma-Campagna (s. d.) und in der Schlacht bei Custozza eine entscheidende Niederlage; die Osterreicher verfolgten, schlugen bei Volta 27. und 28. Juli nochmals die sardin. Nachhut und folgten fechtend bis Mailand, wiesen 2. Aug. einen Vermittelungsversuch Englands zurück und warfen das vor der Stadt aufgestellte, noch 42000 Mann starke sardinische Heer 4. Aug. nach kurzem Kampfe, an dem nur 28000 Osterreicher teilnahmen, in größter Auflösung in die Straßen der Stadt, worauf König Karl Albert noch in der Nacht Verhandlungen einleitete und Mailand räumte, 9. Aug. Waffenstillstand schloß und darein willigte, daß die Osterreicher Modena, Parma und Piacenza besetzten und dort die frühern Regierungen wiederherstellten. Eine österr. Brigade drang auch in die röm. Legationen ein und besetzte Bologna; Peschiera wurde 26. Juli eingeschlossen und ergab sich 14. Aug.; die in der Lombardei noch den Widerstand fortsetzenden Freischaren wurden zersprengt oder über die Grenze der Schweiz gedrängt, zuletzt (I. Sept.) auch Garibaldis Korps. Vor Venedig war das wichtige Fort Malghera 27. Mai von den Osterreichern genommen und die Stadt 16. Juni auf der Landseite eingeschlossen worden; doch er-Hulach die Übergabe erst 25. Aug. 1849, nachdem urch den Friedenschluß zu Mailand jede Aussicht auf auswärtige Hilfe geschwunden war. König Karl Albert rüstete sich während des Waffenstillstandes zur Fortsetzung des Kriegs und hatte — Anfang 1849 wieder eine Feldarmee von 90000 ann beisammen, hinter denen noch 27000 Mann Besatzungstruppen standen; er kündigte 12. März 1849 den Waffenstillstand und wollte am Ticino aufmarschieren und dann auf Mailand vorrücken. Radetzky hatte die schnelle Versammlung seines Heeres bei Pavia geschickt vorbereitet und brachte durch sein energisches Vorrücken die Sardinier, welche 20. März Magenta besetzt hatten, sogleich zum Stehen, schlug dieselben tags darauf bei Mortara und in mehrern kleinen Gefechten und be— stimmte den König, das ganze Heer bei Novara zur Schlacht zu versammeln. Dorthin wandten sich auch die österr. Kolonnen, und 23. März erlitt König Karl Albert bei Novara (s. d.) eine entscheidende Niederlage, welche seine sofortige Abdankung zur Folge hatte. Darauf gewährte Radetzky am 24. morgens Waffenruhe, empfing am Nachmittag bei Vignale den neuen König Victor Emanuel und schloß 26. Waffenstillstand behufs Einleitung der Friedensverhandlungen; 20000 sterreicher besetzten inzwischen die Lomellina und die Hälfte von Alessandria. Die in die Lombardei eingefallenen Freischaren hatten einige Aufstände veranlaßt, doch wurden diese rasch unterdrückt; nur Brescia leistete Bombardem Widerstand selbst nach siebentägigem Bombardement aus dem Kastell, wurde aber 30. März durch Feldmarschalllieutenant Baron Haynau eingeschlossen und 1. April mit Sturm genommen. Radetzky ließ nunmehr Toscana, Pisa, Florenz besetzen, stellte die frühern Regierungen wieder her und unterwarf Bologna und Ancona (nach 26tägiger Belagerung, am 19. Juni), sowie die Legationen. Am 6. Aug. 1849 wurde zu Mailand Frieden geschlossen; Sardinien verlor kein Gebiet, mußte jedoch 75 Mill. Frs. Kriegsentschädigung zahlen. talienischer Krieg von 1859. Sardinien verfolgte unablässig das Ziel, die Osterreicher aus Italien zu vertreiben, erkannte jedoch, daß dies ohne auswärtige Hilfe nicht erreicht werden könne, und gewann Frankreich zum Bundesgenossen durch die Teilnahme am Orientkriege und die Zusicherung, Nizza und Savoyen an Frankreich nach erreichtem Erfolge abtreten zu wollen. Im Vertrauen auf sein gutes Recht und die eigene Kraft, sowie den vorherrschenden Einfluß im Deutschen Bunde nahm Osterreich den Kampf an und verlangte 23. April 1859 in einem an die Regierung zu Turin gerichteten Ultimatum die Abrüstung Sardiniens. Auf die nach drei Tagen erfolgte Ablehnung rückten 29. April österr. Kolonnen über den Ticino in die Lomellina ein, während schon 24. April das sardin. Heer sich kriegsbereit am Po, bei Alessandria und Turin, versammelte und an demselben Tage aus Frankreich die Truppentransporte, mittels der Bahn nach Turin und über See nach Genua, begannen. Kaiser Napoleon III. hatte die ital. Frage bereits beim Neujahrsempfange dem österr. Gesandten, Freiherrn von Hübner, gegenüber angeregt, und seitdem hatten in Osterreich, wie in Frankreich und Sardinien Rüstungen stattgefunden, sodaß die Operationen unmittelbar nach der Kriegserklärung beginnen konnten. Unter dem Oberbefehl des Kaisers Napoleon wurden sehr rasch 120000 Franzosen mit 312 Geschützen nach Italien geschafft, wo König Victor Emanuel 60000 Sarden mit 90 Geschützen (mit Einschluß der Alpenjäger Garibaldis) versammelt hatte; die österr. Feldarmee in Italien bestand anfänglich unter Graf Gyulai (s. d.) nur aus 110000 Streitbaren mit 364 Geschützen, hinter denen 44000 Mann Besatzungstruppen im Lombardo-Venetianischen Königreich standen. Am 2. Mai waren die Ssterreicher ohne Widerstand bis an den Po und die Sesia vorgedrungen und das sardin. Heer hatte sich zwischen Alessandria und Casale vereinigt; drei franz. Korps standen in Genua, zwei bei Turin. Gyulai demonstrierte auf der ganzen Front, ließ die Bahnbrücke bei Tortona zerstören und ein Korps auf das rechte Po-Ufer übergehen, sammelte dann vier Korps um Vercelli und rückte auf Turin los; am 8. erreichte seine Vorhut die Dora baltea. Da ging die Nachricht ein, daß sich die franz. Korps bereits mit der sardin. Armee bei Alessandria vereinigt hätten, worauf Gyulai in eine Verteidigungsstellung auf dem linken Ufer des Po und der Sesia, zwischen Pavia und Vercelli, zurückging und diese befestigen ließ. Kaiser Napoleon traf 14. Mai über Genua in Alessandria ein und ließ am 16. die franz. Hauptmacht rechts vom Tanaro zusammenziehen, weshalb Gyulai ein neu eintreffendes Korps (25000 Mann) zur Verstärkung seines linken Flügels 18. Mai nach Piacenza und Stradella schob und Vereelli am 19. räumte. Am folgenden Tage kam es gelegentlich einer Rekognoszierung auf dem rechten Po-Ufer zum Gefecht von Montebello (s. d.). Inzwischen waren vier sardin. Divisionen bei Vercelli auf das linke Po-Ufer gerückt und gegen die Sesia vorgedrungen; Garibaldi war am 20. nach Borgomanero und am 23. bei Sesto-Calende an den Ticino gekommen, hatte den Fluß überschifft, Varese erreicht und dort den Aufstand organisiert; ein Angriff des Feldmarschalllieutenants Urban gegen Varese wurde am 25. abgeschlagen, 27. Como von den Alpenjägern besetzt, aber 31. Mai Varese von Urban, der inzwischen Verstärkungen erhalten hatte, eingenommen, worauf sich Garibaldi ins Gebirge nach Cassano zurückzog. Die Hauptmasse der Franzosen war in Erwartung eines Angriffs der Ssterreicher bei Montebello und Voghera zusammengezogen, doch beschloß Kaiser Napoleon, als dieser Angriff ausblieb, dieselbe mit dem sardin. Heere zu vereinigen und dann die Umgehung des österr. Heeres über Novara und Mailand fortzusetzen. Am 26. Mai begann der Flankenmarsch über Vercelli mittels der Bahn, sowie auf der Straße über Mortara. Um Raum für den Aufmarsch links der Sesia zu gewinnen, warfen die Sarden am 30. die österr. Vortruppen zurück, und das Gefecht bei Palestro 31. Mai ließ erkennen, daß die Hauptmacht der Verbündeten an der Sesia stehe. Napoleons Hauptquartier befand sich zu Vercelli, und 1. Juni besetzten die Franzosen Novara. Gyulai ließ seinen rechten Flügel zurückgehen und wies die in Mailand angekommenen Verstärkungen (10000 Mann) an, nach Magenta und dem Brückenkopfe San-Martino vorzurücken; am 2. ließ Gyulai das ganze Heer — den Ticino zurückgehen, dessen obern Lauf eldmarschalllieutenant Urban in Varese deckte; aber nachmittags ging die von Novara vorgerückte franz. Gardedivision Camou bei Turbigo über den Fluß, stellte dort eine Brücke her und setzte sich am Raviglio grande fest, während die franz. Gardedivision Mellinet bis nahe an den Brückenkopf von San-Martino heranrückte. Die Osterreicher räumten in der Nacht den unhaltbar gewordenen Brückenkopf, doch mißlang die Sprengung der Ticinobrücke; sie erreichten am 3. bei Magenta eine Stärke von 40000 Mann und konnten binnen einem Tage auf die doppelte Stärke durch Heranziehung der nächsten Korps gelangen, weshalb Gyulai beschloß, eine Schlacht anzunehmen. Napoleon hatte am 3. ein franz. Korps nach Turbigo, zwei franz. Korps und drei sardin. Divisionen nach Novara und Galliate vorgeschoben und für den 4. den Vormarsch dieser Truppen nach Magenta befohlen, was zur Schlacht bei Magenta (s. d.) führte. Zwar mußten die Osterreicher Magenta räumen, doch hatten sie 5. Juni immerhin 70000 Mann zur Fortsetzung des Kampfes zur Stelle und konnten das inzwischen von Piacenza nach Pavia gelangte Korps des linken Flügels heranziehen; indes befahl Gyulai, Mailand und Pavia zu räumen, und ließ das Heer in drei Kolonnen hinter die Adda zurückgehen. Kaiser Franz Joseph hatte Ende Mai die Verstärkung der in Itallen stehenden Armee um drei Korps, sowie die Aufstellung einer Küstenarmee angeordnet und sich nach Verona begeben, um den Oberbefehl persönlich zu übernehmen. Die Franzosen waren zunächst bei Magenta stehen geblieben, hatten 8. Juni Mailand besetzt und rückten langsam gegen die Adda vor. Zwei österr. Brigaden (Roden und Boêr) kämpften bei Melegnano ruhmvoll gegen zwei franz. Korps und hielten deren Vormarsch bis zur Nacht auf, doch ging das österr. Heer infolge dieses Gefechts hinter den Chiese zurück und räumte Piacenza und Pizzighettone, sowie die Herzogtümer und Legationen. Die Franzosen folgten langsam über Cassano, die Sarden über Vaprio, und nur die Alpenjäger Garibaldis riffen, über Bergamo vorauseilend, 15. Juni die Nachhut Urbans bei Castenedolo an, wurden aber zurückgeschlagen. Bis zum 20. blieb die österr. Armee in der Stellung zwischen Lonato und Castiglione und ging dann hinter den Mincio zurück; sie war nunmehr in zwei Armeen (I. Feldzeugmeister Graf Wimpffen, II. General der Kavallerie Graf Schlik) gegliedert und 10 Armeekorps nebst 2 Kavalleriedivisionen stark, von denen indessen je ein Korps am Curtatonie, an den nach Tirol führenden Pässen und am untern Po stand. Die Franzosen standen am 20. um Brescia und Bagnolo, die Sarden bei Calcinatello am Chiese, Garibaldi am Gardasee und das nachgekommene franz. Korps des Prinzen Napoleon in Piacenza und Toscana. Am 21. überschritten die Verbündeten den Chiese, zogen sich zu einer Schlacht näher zusammen und rückten am 24. zum Angriff gegen den Mincio vor, und zwar 50000 Sarden gegen Pozzolengo, 66000 Franzosen gegen Cavriana, 44000 Franzosen gegen Guidizzolo. Aber auch die österr. Armee rückte aus der Stellung hinter dem Mincio vor, uberschritt den Fluß am 23. auf sechs Kriegsbrücken und lagerte mit 2300⁰ Mann bei Volna. wit mit 56000 Mann bei Solferino und Volta, mit 61 000 Mann bei Guidizzolo und Cerlungo, um am 24. gegen Lonato und Castiglione vorzugehen und eine Schlacht zu liefern, bevor das verbündete Heer durch das Eintreffen des auf 60000 Mann geschätzten franz. Reservetcorps verstärkt worden sei. Beide Heere trafen im Vormarsch am 24. Solterß aufeinander, woraus sich die Schlacht bei Solferino (f. d.) entwickelte. In der Nacht gingen die Osterreicher in die alten Stellungen hinter dem Mincio zurück und am 28. bis hinter die Etsch, um das Eintreffen von Verstärkungen abzuwarten; ihre Truppen waren trotz der erlittenen Verluste ungebrochen und kampfbereit. Die Verbündeten kamen am 24. nicht über San-Martino, Cavriana und Solferino hinaus, am 25. besetzten zwei franz. Korps Pozzolengo und Volta, und erst am 27. beschloß Napoleon Peschiera einzuschließen und den Mincio zu überschreiten, zog 3. Juli das bei Casalmaggiore am Po eingetroffene franz. Reservekorps nach Goito zur Armee heran und besetzte an demselben Tage Villafranca, Somma-Campagna, Castelnuovo und Valeggio mit den übrigen Korps; die Sarden standen vor Peschiera und Garibaldi, sowie die sardin. Division Cialdini an der Grenze von Tirol, welche vom 6. österr. Korps und den Landesschützen in einer Reihe von Gefechten (bei Bormio 2. und 3. Juli, am Stilfser Joch 8. Juli, bei Rocca d'Anfo vom 21. Juni bis 8. Juli) erfolgreich verteidigt wurde. Angesichts des in starker Stellung befindlichen österr. Heeres und der seitens des Deutschen Bundes betriebenen Rüstungen (ein großer Teil des preuß. Heeres war kriegsbereit, und die Befehle fur die Versammlung desselben am Rhein waren bereits erlassen) hielt Kaiser Napoleon die Beendigung des Kriegs für ratsam und bot 6. Juli Waffenstillstand an, der am 8. abgeschlossen wurde und zugleich den Ende Juni im Adriatischen Meere eröffneten Flottenoperationen ein Ende machte. Am 11. Juli trafen die beiden Kaiser in Villafranca zusammen, worauf ein Vertrag zu Stande kam, in welchem Osterreich die Lombardei ohne Mantua und Peschiera an Frankreich und durch dieses an Sardinien abtrat, woegen Toscana und Modena an die frühern Herrscher zurückfallen sollten. Dieser Vertrag bildete die Grundlage der Friedensverhandlungen, welche in Zürich 10. Nov. zum Abschluß gelangten. Vgl. «Der Krieg in Italien 18595 (Wien 1872); Campagne de Pempereur Napoléon IILen Italie (Par. 1862); [Preuß. Generalstab „Der ital. Feldzug des J. 18595 (Berl. 1862; 3. Aufl. 1872).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 727Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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