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BaukunstBau-Lexikon 1881

Abhüngling, m. (Bauk.), 1. frz.elef, f. en pendentif, olef pendante, f., queue, f. de voute, pendant, m. de voute, engl. pendant key-stoneé, herabhängender Schlußstein, wie sie namentlich im spätgoth. Stil häufig vorkommen; s. Fig. 15. — 2. frz. pendant, m. de solivure (ungenau cul, m. de lampe), engl. Knot, quèen, hängender Zapfen. Herabhängende Knäufe an der Durchkreuzung der Hölzer bei sichtbaren Balkendecken und Dachstühlen kommen schon an altchristlichen und romanischen Balkendecken vor, aber noch in ziemlich flacher, eher an Rosetten erinnernder Form. In der Gothik werden ihre Profilirungen immer kecker, bleiben auch in der Frührenaissance so, s. Fig. 16; in der späteren Zeit der Renaissance gehen sie wieder auf die antike Form zurück. Ms.) abhaldig, adj. (Bergb.), s. v. w. klüftig, zerklüftet. abhalten, 1. (Bergb.), die Wasser abh., frz. cuveler les eaux, engl. to Keep-off the waters by timbering, die Wasser v.einem Gang durch Holzverdämmung absperren, s. Wasserhaltung. — 2. (Zimm.) Gesellenausdruck für aushalten, halten überhaupt; z. B. der Balken ist stark, der hält viel ab. abhaspeln, frz. dévider, engl. to reel off, to unwind, 1. das Seil vom Haspel abwinden. — 2. etwas mit dem Haspel herunterlassen; s. d. Art. Haspel. Abhau, m., Abhauen, n., Niederhauen, n. (Bergb.), 1. frz. descente, f., engl. driving to the hade, die Handlung des Abhauens, (s. d. 2.) — 2. frz. galerie, f. descendante, engl. gallery driven to the hade, ein abgehauener, niedergehauener Gang, s. Gang u. Donläge. abhauen, 1. frz. couper, trancher, engl. to cut down, durch Hauen absondern, auch schlechthin für behauen gebraucht; s. behauen. — 2. (Bergb.) auch niederhauen, frz. descendre, engl. to drive tothe hade, einen Gang niederhauen heißt: ihn donläg treiben, nach d. Fallen hin treiben. abhäuten, I. akt. Z., frz. écailler, depouiller, engl. to skin, 1. Holz vom Bast befreien. — 2. der Weißkalk muß abgehäutet werden, wenn er eine Zeit lang gelöscht in der Kalkgrube gelegen hat, weil die obere Schicht selbst bei der größten Vorsicht absteht; s. d. Art. Kalk und abfetten 2.— 3. den Leim muß man ebenfalls von der Haut befreien, die sich bei zu langem Warmstehen auf demselben ansetzt, weil diese Haut beim Leimen Unsauberkeit erzeugt. — 4. frz. Ecumer, engl. to scum, auch abschäumen genannt. Das geschmolzene Metall pflegt auf der Oberfläche eine Haut v. oxydirten Metalltheilchen anzusetzen, die vor dem Eingießen in die Form abgeschöpft werden muß, wenn der Guß sauber werden soll. —II. rückw. Z., frz. se dépouiller, 1. Oelfarbe häutet sich ab durch Frost und durch unter derselben steckende Feuchtigkeit, s. Art. Oelfarbe. — 2. geschmiedetes Metall häutet sich beimHämmern od. Schmieden ab; wenn man nun die Haut nicht durch Abhämmern beseitigt, blättert das Metall später ab und wird unsauber.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 12Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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