abstecken, frz. marquer, tracer, jalonner, piqueter, aligner, engl. totrace, to mark out, to lay out, to range, t0 line out, 2. Abst. von Gebäuden. Nachdem der Bauplatz so viel wie möglich und nothwendig geebnet ist, bestimmt man zunächst die Lage und Richtung der Hauptfront und dann die eine Ecke derselben, schlägt hier ein Pfählchen oder Piquet ein und mißt von diesem aus die Länge der Hauptflucht, an deren Ende man ebenfalls ein Pfählchen einschlägt; dann verbindetman die beiden Pfähle durch eine thunlichst wägerechte Schnur und trägt dann an dieser die betr. anliegenden Winkel ebenfalls mittels Schnuren an, um die Seitenfluchten zu bekommen (vgl. darüber d. Art. Schnur, Winkel, Winkelkreuz etc.); nun bestimmt man deren Länge ebenfalls nach der Zeichnung mittels der Mäßlatten (s. d.), und so fährt man fort, bis der ganze Contour des Baues durch Schnuren bezeichnet ist; da nun die Eckpfählchen beim Graben der Fundamente im Weg sein würden, so verlängert man die Schnuren nach hinten so, daß sie sich genau über den eigentlichen Eckpfählchen durchschneiden, die man dann herausziehen kann; s. abschnüren 2. und Schnürbock, Schnürgerüst re. Man kann sich auch statt der Schnuren, und fast mit größerer Genauigkeit langer Latten bedienen, auf die man die Mäße aus der Zeichnung aufträgt und sie dann horizontal auf den Bauplatz auflegt. Man bezeichnet dann später auf diesen Latten zugleich die Mittellinien der Fenster und Thüren, die Vorsprünge u. s. w. — 2. Abst. von Gartenanlagen. Hierzu bedient man sich wegen der vielen krummen Linien bes. bei englischen Gartenanlagen keiner Schnuren, sondern setzt die Pfählchen so dicht aneinander, daß dem Gartenarbeiter durch sie allein schon der gehörige Anhalt bei Trainirung der Beete geboten wird. — 3. Beim Abst. von Befestigungswerken werden mittels des Absteckeisens, eines Stichspatens oder einer Erdhaue, die Ahstecklinien in Gestalt kleiner Gräben, Trassen, längs der Absteckschuur, in den Erdboden eingefurcht; s. traciren. Man kann das Abstecken auch durch Einvisiren von Pfählen mittels des Diopters bewerkstelligen, dessen Linealauf die Punkte der auf dem Meßtisch befindlichen Zeichnung angelegt wird, doch wird dies nur bei großer Uebung die nöthige Genauigkeit bieten. — 4. Abst. von Eisenbahnen, Straßen, Kanälen etc. Zunächst hat man die Mittellinie (Achse) durch Einschlagen von Pfählen in gleichgroßen Entfernungen nach der Längsrichtung abzustecken; denn diese Mittellinie, die in ihrer Horizontalprojektion nur aus geraden Linien und Kreisbögen zusammengesetzt ist und in ihrer Vertikalprojektion das Längenprofil des abzusteckenden Verkehrsweges liefert, dient als bequeme und sicherste Unterlage für die Bauausführung. Bei minder wichtigen Wegen, bes. in ebenem Terrain und bei kurzen Strecken, wird oft das A. ohne vorherige Vorarbeiten bewirkt, indem man die Richtung nach dem Augenmäß wählt und die Höhen unmittelbar in der Natur mit Hülfe der Scheiben an die Pfähle schneidet. Wenn es gilt, auf Grund vorangegangener Vorarbeiten (s. d.) eine Bahn, Straße oder dgl. für die Ausführung abzustecken, pflegt man zunächst von den in den Grundplan aufgenommenen Fixpuntten aus die Richtung durch Stangen oder Pfähle zu markiren, ferner die Stationen des Projekts in der Natur durch Pfähle zu bezeichnen und an diesen Stationen und so weit sonst nöthig, Niveaupfählchen, die von den Vorarbeiten her gewöhnlich nicht mehr vorhanden sind, einzuschlagen. Es folgt nun das Nivellement der Niveaupfahlhöhen mit Anbindung an die bei den Vorarbeiten mit aufgenommenen Höhenfixpunkte, u. danach wird die Höhe der Straße an den Punkten der einzelnen Niveaupfähle auf Grund des vorhandenen Projekts genau festgestellt. — Die Auftragshöhenpflegt man an entsprechend hohe Pfähle, welche man in der Mitte u. an den Seitenkanten einschlägt, einzuschneiden, die Neigung der Auftragsböschungen aber durch schwache Pfähle od. Latten, welche man an die lothrechten Kantenpfähle nagelt, anzugeben. Die Tiefe der Einschnitte kann man beim Abstecken nicht direkt angeben, sondern bringt an die Niveaupfähle Einschnitte, die eine bestimmte Höhe über der zu erreichenden Tiefe angeben. Bei der Ausführung dient dann das Stehenlassen von Mäßkegeln zu Kontrolirung der Abtragstiefe. Bei A. einzelner Kunftbauten, wie Brücken etc., verfährt man im wesentlichen wie bei A. von Gebäuden. Ey.