FeedAcacie oder Akazie f.
PflanzenreichBau-Lexikon 1881

Acacie oder Akazie f., 1. frz. Acacia, m., Faux-Acacia, engl. Common Acacia, locust-treée, gemeine oder unechte Xcacie, auch Schotendorn genannt (Robinia Pseudacacia, Familie der Schmetterlingsblütler), stammt aus Nordamerika, wächst schnell, erlangt in 40 Jahren eine Stammhöhe v. 15 18 mbei 60 em Durchmesser. Das Holz von ausgewachsenen Acacien ist hart, schwer (1 Kbmewiegt 710 kg, spez. Gew. = 0,71), fest und dauerhaft, hält in allem Wetter gut aus, ist weder der Fäulnis noch dem Wurm unterworfen, nach dem Austrocknen ziemlich hart, schwer zu bearbeiten, schön gelb, zuweilen ins Grünliche spielend, atlasartig glänzend, nach dem Kern hin dunkler gestreift, mit feinen purpurrothen Adern durchzogen; zwar ziemlich großporig, aber doch feinkörnig; läßt sich daher gut poliren und beizen, reißt aber leicht auf. Bei einem Alter von 20—30 Jahren ist das Holz gut als Brennmaterial zu verwenden. Seine Heizkraft verhält sich zu jener des Buchenholzes wie 7½ zu 10. Mit grünen Walnußschalen u. einer schwachen Galläpfellösung in Vitriol, dazu arabisches Gummi und Weingeist gemischt und gekocht, bekommt es die Farbe des grünen Ebenholzes oder Aspalaths. In Europa dient es nur zu Möbelarbeiten, in Amerika dagegen auch zum Schiffbau, neuerdings besonders zu Schiffsnägeln; zu diesem Zweck bezahlt man dort sogar den Kbm. mit 100 M. Auch als gelbes Farbeholz ist es verwendbar. Wenn man es mit einer Auflösung von Gummigutti in Wasser tränkt, erhält es eine dunkeleitrongelbe Farbe mit vielem Glanz. 2. Echte Acacie (Fam. der Sinnpflanzen, Mimoséae), ist in zahlreichen Arten über alle wärmeren Länder verbreitet. Die sog. arabische A. (Acacia nilotica, vera, arabica) liefert das arabische Gummi. Das Holz, Sittimholz, war bei den Alten sehr geschätzt; von den Aegyptern wurde es dem Sonnengott geheiligt, von den Juden zum Bau der Stiftshütte verwendet. (S. außerdem Akanthus 1.) Von der Senegal-A. (A. Vereh), die am Senegal ansehnliche Waldungen bildet, stammt das Senegalgummi. Das Holz der Sabicu-A. (A. formosa) in Westindien übertrifft an Festigkeit und Dauer selbst noch das ostindische Teakholz. Die Sandwich-A. (Acacia heterophylla), auf den Sandwichinseln Kra genannt, giebt ein sehr schönes Möbelholz. Es hat lichtgelbe Farbe und feine, federartige Zeichnung, durch welche es sich trefflich für Kunsttischler eignet. Den Eingeborenen dient es beim Schiffbau. Die Acacia catechu, ein in Ostindien heimischer Baum, aus dessen Holz das Catechu (terra japonica), s. d. Art., gekocht wird, welches zum Färben u. Gerben dient. Auch einige A. in Chile sind wegen ihres festen Holzes in Ruf. S. Espimo. MF. Die Engländer nennen German acacia den Schwarzdorn. Arcacin, n., s. Arabin. Arademie, f., s. Akademie. Araja, n., Holz vom glanzblättrigen Mombinbaum (Spondias myrobalanus, Familie Terebinthaceen), in Südamerika, roth, leicht wie Korkholz, nicht zu poliren. Arajou, n., Nierenbaum, Anacardien- oder weißes Mahagoniholz (Anacardium occidentale, Familie der Pandanen, aronartige Pflanzen), von den französischen Inseln in Amerika über Bordeaux und Marseille und auch von der Ostküste Brasiliens zu beziehen, ziemlich in gleichem Preis mit dem Mahagoni. Es ist röthlich, mit weißen u. gelben Adern, oder braunröthlich mit konzentrischen Kreisen, danach theilt man es im Handel in glattes, gemasertes, gewässertes, marmorirtes etc. Es kommt nicht in Stämmen, sondern nur in Pfosten oder Planken nach Europa. Das Holz der Spondias lutéa, aus derselben Familie, wird ebenfalls Acajou genannt, beides heißt auch Cailcédraholz. Das Acanaholz ist ebenfalls röthlich, kommt aber aus ne indien. Acajou wird auch häufig, aber unrichtig, das Mahagoniholz genannt. Zu derselben Gattung gehört ein den Palmen und Pandanen nahe verwandter Baum, der Elefantenbaum (Elephantasia macrocarpa), der in Südamerika am Magdalenenfluß u. in Ostindien wächst, dessen Früchte (Steinnüsse) als vegetabilisches Elfenbein in den Handel kommen u. von den Drechslern als künstliches Elfenbein zu Stockknöpfen u. dgl. verarbeitet werden. W.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 41Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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