FeedAlpenbahn
VerkehrBau-Lexikon 1881

Alpenbahn, k., allgemeiner Gebirgsbahn, Hochgebirgsbahn. Dies sind Eisenbahnen mit so starken Steigungen und so kurzen, scharfen Krümmungen, daß deren Betrieb die Anwendung außergewöhnlicher Konstruktionen der Lokomotive und Fahrgeleise erfordert. Die Benutzung v. Flachlandbahn-Lokomotiven, welche ihre Zugkraft Dur Vermittelung der Reibung zwischen Treibrädern und L zaufschienen äußern, erweist sich überall da als unpraktisch, wo B Steigungen bedingen, daß diesen Maschinen nur sehr geringe Lasten angehängt werden. Also nicht blos da, wo die Steigungen so groß sind, daß sie durch Flachl andbahn-L zokomotiven, selbst ohne jede Last, nicht Abenhundrn werden können, ist man genöthigt, Motoren und Fahrbahnen zu konstruiren, welche ein festeres Anhalten gewähren. Die wichtigsten der infolge dessen projektirten, zum Theil auch schon ausgeführten Hochgebirgsbahn-Systeme sind: 1. Das Zahnradsystem, bei welchem an den Treibachsen Zahnräder befestigt sind, die in eine auf der Bahnplanie zwischen den Fahrschienen liegende Zahnstange eingreifen, bereits mit sehr gutem Erfolg im Jahr 1870 bei der Rigibahn für Steigungen bis zu ½ zur Anwendung gekommen, ist unter allen Eisenbahnsystemen das älteste, da es bei der ersten Eisenbahn im Jahr 1812 zur Ausführung kam, wo man noch fürchtete, daß die blose Reibung zwischen Treibrädern und Laufschienen nicht einmal für Flachlandbahnen ausreiche. 2. Wetli's System. Die Treibachse hat hier die Form einer Walze, Felgenrad genannt, welche mit spitzwinkligen Vertiefungen über entsprechende, unter gleich großem spitzen Winkel zwischen den Fahrschienen auf der Planie befestigte sogenannte Zahnschienen greifen und so bei der Umdrehung jedes Zurückrutschen unmöglich machen. 3. Fells System. Bei diesem befinden sich außer den als Treibräder dienenden Laufrädern unter der Loromotive noch besondere horizontal liegende Druckräder, die pärweise von beiden Seiten an eine etwas höher als die Fahrschienen auf der Planie gelagerte Mittelschiene gepreßt werden und so gewissermaßen vorwärts klettern. Es fand bei der 1865 erbauten Interimsbahn über den Mont-Cenis Anwendung. 4. Grassi's System. Hierbei wird eine in der Längsrichtung der Maschine angebrachte Schraube od. Scheibe in sehr schnelle Umdrehung versetzt und das Fortschreiten dadurch bewirkt, daß die spiralförmigen Gewinde derselben zwischen Rollen m.vertikaler Achseeingreifen, welche in der Fahrgeleismittellinie auf der Bahnplanie befestigt sind. 5. Larmanjat's System. Bei diesem laufen die Treibräder nicht auf den für die Transportwagen vorhandenen Fahrschiwen, sondern auf einer Schotterbahn, auf Steinwürfeln oder Holzschwellen, und gewähren deshalb wesentlich größere Reibung, als auf gewöhnlichen Eisenbahnen zu erzielen ist, können somit auch eine größere Nutzkraft äußern. Er.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 78Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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