Amboß, Ambos, m., mittelhochdeutsch Anboß u. Anbosse, niederdeutsch Ambolt, frz. enelume, f., engl. anvil, ital. ancudine, span. yunque. Der A. bildet die feste Unterlage beim Schmieden und Hämmern der Metalle. Die obere Fläche, Bahn, muß möglichst glatt und hart sein, u. wird daher aus gehärtetem und geschliffenem Stahl herge stellt. Um den Schlägen genügend Widerstand zu leisten‚“ muß der A. hinreichend massig, d. h. schwer, u. sicher Fig. 155. Hornamboß. Fig. 156. Sperrhaken. und elastisch fundamentirt sein. Zu Erfüllung dieser Bedingungen besteht der A. aus drei Theilen: eigentlicher Amboß, Amboßblock und Amboßstock. Für Handschmiederei besteht Amboß und Block aus einem Stück, meist Schmiedeisen, worauf die Bahn aufgeschweißt ist. Bei schweren Maschinenhämmern besteht der Ambohßblock, hier Schabotte genannt, aus einem massigen Gußeisenstück und der eigentliche A. ist darauf mittels Keilen befestigt. Bei kleineren Amboßen besteht der Amboßstock aus einem starken hölzernen Klotz von 0, —1m. Durchmesser und 1—1½5 m. Höhe, welcher in die Erde eingegraben und mit Lehm unterstampft und umstampft ist. Der Amboßblock ist in eine Vertiefung des Stockes mittels eines konischen Zapfens eingelassen. Bei schweren Maschinenhämmern wird die elastische Unterlage durch mehrfach (4—8 Reihen) kreuzweis über einander geschichtete hölzerne Balken von 0,25 —0,30 m. Seite gebildet, welche einen Rost von großer Grundfläche darstellen, worauf die Schabotte aufsitzt. Die Amboße für Handschmieden. haben je nach dem Gewicht, den Dimensionen u. den Formen der darauf zu schmiedenden Gegenstände verschiedene Gestalten, und im Durchschnitt folgende Gewichte: für kleinste Feuer (Nagelschmiede) 20 40 kg., für gewöhnliche Schlosserfeuer 50—90 kg., für größere Feuer 100 bis 150 Kg., für größte Schmiedefeuer 175—250 Kg. — 1. Mitteldeutscher Amboß, Galgenamboß, enelume à potencé; engl. german anvil; diese, bes. in Mitteldeutschland (s. Fig. 153) u. mit geringer Abänderung (s. Fig. 154) auch in Sachsen üblichen großen Amboße haben eine Bahn in Gestalt eines Rechtecks von ea. , m. Länge und 0 m. Breite, an welche sich manchmal noch ein Amboßschenkel (s. d.) ansetzt. — 2. der Hornamboß, auch süddeutscher od. engl. Amboß, frz. enelume à corne, anvilwithone arm, beak-iron (Fig. 155), unterscheidetsich vom mitteldeutschen durch ein in der Längsrichtung der Bahn à b angesetztes Horn C. Bei beist ein Loch zu Aufnahme von Einsätzen u. Gesenken, d die Brust, e der Amboßstock, meist von Eichenholz. — 3. der Zweispitzamboß, das Sperrhorn, Bankhorn, der französische Amboß, frz. enelume à deux cornes, bigorne f. enelume en T. engl. tWo beak-iron, rising-anvil, hat 2 Hörner. — 4. der Sperrhaken, das kleine Sperrhorn, frz. bigornéau, m., engl. small beak-iron (Fig. 156); das eine Horn ist rund, das andere vierkantig. — 5. Bankamboß, Schlagstöckchen, frz. enelumeau, enelumot, m., engl. little beak-iron, béeek-iron, bickiron; diese kleinsten Sorten Amboße spannt man im Schraubstock an die Bank. — 6. Handamboß, frz. enelumette, f., bigorne à main; hierher gehören der Dengelstock der Schnitter, der Schieferdeckeramboß etc., siehe auch d. Art.