FeedHufeisen
Sport & SpielBrockhaus 1882

Hufeisen (frz. fer de cheval, planche; engl. horse-shoe, planch shoe), eiserner Beschlag am Huf der Pferde, Maultiere, Esel zum Schutz desselben gegen zu starke Abnutzung, der mittels besonderer Nägel, der Hufnägel (s. d.), befestigt wird. Das gebräuchlichste H. ist das für Einhufer von der dem Namen nach bekannten Form. Dasselbewird aus „Stabeisen in der Weise hergestellt, daß seine untere Fläche eine den Boden berührende Bahn bildet, in welche symmetrisch auf beiden Seiten zwei Falze vertieft sind; letztere nehmen die langen Köpfe der Hufnägel auf und sind zu diesem Zweck an einzelnen Stellen durchlocht (Nagellöcher). In der Mitte des H., unter der Zehe, ist die Bahn etwas verbreitert und bildet dadurch die Kappe. Die obere dann in einzelne Stücke von der Länge des fertigen H. zerschnitten, mittels mechan. Vorrichtungen um entsprechend geformte Dorne gebogen und unter Stanzen gelocht werden. Nach der andern Methode d werden die Stücke zunächst in Hufeisenlängen abgeschnitten, hieraum bis zur Weißglut erhitzt und auf einem Formklotz in ihre Form gebogen. Letztere bildet den Amboß eines Dampfhammers, dessen Bär beim Aufgang die einer Holzbiegmaschine (s. Holzbearbeitungsmaschinen) ähn iche l Biegvorrichtung in Thätigkeit setzt. Durch den darauf folgenden Schlag des Hammerbärs wird das gebogene Eisen in ein Stahlgesenke geschlagen, aus diesem herausgehoben, mittels eines andern Gesenkes gelocht und schließlich vollendet von dem Dampfhammer abgestreift. Mit letzterer Methode können 2400 H. in 10 Stunden hergestellt werden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 432Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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