anlegen, 1. frz. établir, planter, fonder, engl. to lay on, eine Anlage machen, s. Anlage 1, 3, 4, 8, bes. in folgenden Beziehungen: a) Einen Garten a., die Beete abstecken, umgraben und bepflanzen, die Gänge mit Sand bestreuen; b) einen Stadttheil a., die Straßen abstecken u. bahnen, Schleusen bauen und die Bauplätze eintheilen; e) eine Mauer etc. a., frz. Etalonner, engl. to lay-on, die Mäße auslegen und Lehmsteine ansetzen; d) einen Baugrund a., frz. établir un fondement, engl. to etablisb a foundation, die ersten Steine, bes. Ecksteine, in ihre genaue Lage bringen. e) Batterien, Verschanzungen a., frz. construire, éléever, ériger, engl. to throw up, to eonstruct, to execute, si v. w. sie, bes. im Erdbau, herstellen. k) Unter Anlegen, frz. Pratiquer, établir, engl. to practisè, to lay down, von Eisenbahnen, Landstraßen, Kanälen, versteht man ganz allgemein die bauliche Ausführung dieser Verkehrsmittel u. meint damit sowohl die Absteckung derselben als auch die Herstellung aller einzelnen Bauwerke, bes. des gesamten Unterbaues und der Geleise; unter Anlegen von Dämmen, Bankets etc., frz. meénager, engl. to form, die Ausführung der betr. Erdarbeiten. Fr.] g) Ein Hängewerk, einen Binder a., frz. assembler, engl. to truss, s. v. w. zulegen, abbinden. h) Ein Schiff zum Bau a., frz., mettreé sur le chantier, engl. to lay on the stocks, d. h. es auf die Werft oder in die Docks bringen. 2. Sich anlegen, von Krystallen, s. v. w. auschießen, s. bes. d. Art. Salpeter; von Erzen oder Gangtrümmern, die sich an einem Bau zeigen und aushalten zu wollen scheinen, sagt man, sie legen sich an. 3. (Maler.) frz. appréter, imprimer, engl. to prime, s. v. w. untermalen mit der ersten Farbenschicht, s. Anlage 2. Viele nehmen das A. zu leicht, indem sie glauben, Fehler beim Ausführen (Uebermalen) leicht beseitigen zu können; aber eine gute, sorgfältig gemachte Anlage erleichtert die spätere Ausführung ebenso, als dieselbe durch eine fehlerhafte Anlage erschwert wird. Sind die Farben beim A. richtig gewählt, die Formen wohl überlegt, so kann die Ausführung flüchtig, ja selbst unvollkommen sein, die Malerei wird immer eine angenehme Wirkung machen, während selbst die sorgfältigste Ausführung die Mängel fehlerhafter Anlage nie ganz beseitigen kann. 4. Eine Zeichnung a., frz. Ebaucher, engl. to lay on, den ersten Entwurf auf das Papier bringen; Schatten a. an eine Zeichnung, diesen Schatten nur durch einen einfachen Ton andeuten; wenn man entweder keine Zeit hat, die Schatten an einer Façade re. vollständig auszuführen, oder befürchtet, daß durch vollständige Ausführung die selben erschwert werde, so deutet man Schatten, Fensteröffnungen re. blos durch einen hellen Tuschton an, um die Wirkung wenigstens ungefähr beurtheilen zu können. Auf solche Anlegung kann die Ausführung sogleich oder später folgen.