Anthemion, n. (A9νο½), 1. (Bauk.) bandähnliche, mit Verzierungen von Blumen, Ranken u. Blättern besetzte Platte, bes. an den Hälsen u. Schnecken der ionischen Kapitäle; bei den Römern auch in Friesen angewendet. Von den Beispielen Fig. 215, 216, 217 würde Fig. 215 deren Blumenranken blos aufwärts gerichtet sind, da anzuwenden sein, wo eine Begrenzung nach oben oder das Zusammenstoßen einer aufwärts strebenden Kraft mit einer aufliegenden Last auszudrücken ist, also etwa unter einem Gurtsims, am Kapitielhals eines Pilasters, einer römischen Säule etc. Fig. 216, wo zwar aufwärts u. abwärts gerichtete Ranken sich vereinigen, aber doch die aufwärts gerichteten vorherrschen, würde in ähnlichem Sinn etwa in dem Fries zwischen Architrav und Gebälk, an Bogenchambranlen, zwischen Sturz und Verdachung etc., Fig 217endlich, mit seinem völligen Gleichgewichtzwischen abwärts u. aufwärts, am Hals eines Gießgefäßes, das ebenso zum Ausgießen als zur Einnahme bestimmt ist, in dem Trochilus des ionischen Säulenfußes, wo der Konflikt zwischen der Last der Säule und dem Widerstand der Basis sich ausdrückt, mit logischer Berechtigung anzubringen sein. — 2. Die Schnecke am ionischen Kapitäl, überhaupt jede Spirale in der Ebene.