anziehen, akt. Z., zu ziehen anfangen, 1. ein Seil anziehen, frz. bréler un cordage, engl. to woold, to rack with à woolding ustick, straff anspannen, meist durch Rödelung. — 2. frz. Prendre, engl. to put on, to take; ein Bohrer, ein Nagel oder eine Schraube zieht an (frz. le clou prend), d. h. bringt die beiden durch dieselbe zu verbindenden Körper einander näher, thut seine Schuldigkeit. Daher auch von Hammerschlägen gebräuchlich, die gehörig wirken. — 3. frz. Prendre, engl. to hold well, to cement well, der Mörtel zieht an, wenn sein Wasser in richtigem Mäß in die Steine einzieht und man voraussetzen kann, daß der Mörtel Verbindung mit dem Stein eingehe. Dieses A. darf weder zu rasch noch zu langsam erfolgen; erfolgt es zu rasch, d. h. saugen die Steine das Wasser zu begierig aus dem Mörtel auf, so bröckelt derselbe leicht ab; erfolgt es zu langsam, so sind entweder die Steine zu naß oder der Mörtel zu dünn; bei ersterer Ursache wird der Putz leicht hohl, bei letzterer rissig, trocknet auch zu langsam, und doch muß er angezogen haben, ehe man ihn weiter bearbeiten darf; s. übr. d. Art. Kalk. — 4. (Bergb.) die Pfändkeile a., frz. saisir, engl. to drive, s. v. w. schärfer antreiben. — 5. (Forstw.) die Wunden angerissener Bäume auffrischen, um den Abfluß des Harzes zu beschleunigen.