FeedAzynholz
Handwerk & GewerbeBau-Lexikon 1881

Azynholz, u „s. v. w. türkisches Eichenholz, kommt in verschiedenen Sorten in den Handel. Bals Zeichen und Abkürzung. Im Griechischen ist 5. oder 5 s. v. w. 2, Boder 5 s. v. w. 2000, bei den Römern ist B s. v. w. 300, B s. v. w. 3000, auf schristl. Inschriften béatus, benedictus etc.; s. M. M. a. W. — B. A. auf römischen Inschriften bedeutet bonis auspiciis oder bonis avibus, unter dem Schutz glücklicher Vorzeichen, od. auch bixit (für vixit) annos, er lebte (so und so viel) Jahre; in der Chemie bedeutet B. A. Palneum arenae — Sandbad, Ba aber Baryum. Baadersches Geblüse, n., s. Gebläse. Baake, auch Baak, f. Balte, f., 1.(Feldm.) auch Absteckbaake, Absteckstange gen., s. Absteckpfahl, frz. amarque, k. engl. directing-staff, Zeichenpfahl, bei den Feldmessern zum Abstecken rc, gebraucht; es giebt a) kleine, sogenannte Steckbaaken, auch Piquets (s. d.) genannt; b) frz. baton m. de la chaine, engl. chain-pole, auch Ketten halter Kettenstab, Kettenbaake gen. Ungefähr 1½ m. lange, mit, eisernen Spitzen und einem Querstift ea. 20 cem. von der Spitze aufwärts versehene Stange zum Nachziehen u. Befestigen der Meßkette, deren letztes Glied von oben an dieselbe gesteckt wird u. auf dem Querstift ruht; e) Fahnenbaake, auch Abwink- oder Visirbaake gen., frz. baton de jauge, engl. ranging-pole, mit einem kleinen weiß-rothen Fähnchen; d) auch Strohwischstange gen., frz. jalon, m., engl. Common-staff, gewöhnliche lange Stange mit einem Fig. 310. Baaken. Strohwisch. — 2. (Seew.) Schiffsbaake, auch Boje, Buje, Blake, Blüse, Fahre, Wahrtonne re. gen., frz. amarque, palise, bouée, f., engl. buoy, leading-mark, beacon, Zeichen zu Warnung der Schiffer vor Untiefen, zu Bezeichnung der Grenzen des Fahrwassers re., besteht entw. in einem Pfahl od in einer schwimmenden Tonne, Korbre. 3. (Schiffsb.) Auch stehende Baake, Warte, Uferbaake Landbaake, frz. kanal, m., marque, engl. beacon, an den Ufern der Flüsse oder am Strand des Meeres errichtete Merkmale in auffallender Form u lebhafter Farbe, ebenfalls zu Orientirung der Schiffer bestimmt, s. Figur 310 und 311. Baal, Beel, Bel, Belus, d. h. König, Herr, bei allen semitischen Völkern Name der höchsten zeugenden, befruchtenden Kraft, verkörpert gedacht meist durch die Sonne, oft auch durch den Planeten Jupiter; als Gattin ist ihm Baatlis, Astarte, an die Seite gestellt; Tyrus u. Babylon waren Hauptsitze seines Dienstes. Baartze, f. eine Art leichter Ruderfahrzeuge, für den Krieg ausgerüstet, sonst in Holland gebräuchlich. Bab, arab., Thor, Pforte, phönik. auch Hof eines Fürsten. — Bab-bel, Babel, Babylon, Hofhaltung des Baal. babbagaurische Erde, k., eine grüne Erdart, bei den Alten sehr geschätzt und zu Vasen etc. verwendet— Babel, f., als symbolische Gestalt, s. Astarte und Apokalypse und M. M. a. W. Babord, m., frz., s. Backbord. Babulgummi, n., eine geringere Sorte des arabischen Gummi (s. d.), stammt von dem Babulbaum, der in Bengalen wächst. MI. babylonische Bauweise, f. Die neue Forschung hat aus den im Art. assyrische Bauweise erwähnten Sagen den historischen Kern zu enthüllen gesucht. Danach scheint es, als wenn die Chaldäer um 2200 v. Chr. an der Ostgrenze des Landes Sindschar angelangt wären, um 1950 vor Chr. dte Landstrecke, wo später die Stadt Babylon stand, erobert und das Land durch die sogenannte Medische Mauer gegen Angriffe von Norden her gesichert hätten. Ninos nahm dann um 1240 Babylon ein, erbaute dort Burgen u. Tempel u. machte es zu einer Provinz Assyriens. Um 1118 befreite der jüngere Nimrud, Nmrodaha Danakhi, Babylon und besiegte den Schimischli-Pal-Bithkira (n. A. Tiglat-Pilesar I.) v. Assyrien; derselbe soll um 1120 den babylonischen Thurm begonnen haben. Dieses alte Babylon entfaltete bald große Pracht. Von seiner Bauweise wissen wir blos Folgendes sicher: Lehmziegel waren das Hauptmaterial. Asphalt diente als Mörtel. Paläste und Tempel waren mit Gips-⸗ und Kalksteinplatten belegt, die mit flachen Reliefs bedeckt waren. Der Königspalast selbst hatte einen Umfang von 20 Stadien (½ Meile). Umzogen war er von drei Mauern, die beziehentlich 30, 40, 60 Stadien Umfang erreichten. Der nach Einigen schon um 1800, wohl aber erst vm 1240, nach Anderen 1120 gebaute große Tempel, gleich dem Palast auf der Westseite des Euphrat gelegen, war von einer Mauer umgeben, die ein Quadrat von 20 Stadien bildete u eherne Thore hatte. Der Tempel selbst stand auf einer Stufenpyramide: die ins Quadrat u. die sieben dar- ziemlich hatten zusammen die Höhe von über St thieltein vermuthlich erst später bis zu? des Baal v. Gold unter einem Dicke. õsckwerk des Tempels selbst aber Mauer. denem Altartisch u. ein zweites 100 Thie Gottes. Im Hof standen die u. Schw ing v. Säugethieren bestimmt. pfeiler! omen wissen wir leider fast alledem er schon sehr früh in vielfachem Teichen, inden, ja sogarum 1240 v. Chr. für seine h 100 qkm. Die Angaben der alten Schriftsteller tärke und Höhe dieser Mauern differiren von 32 95 m. für die Höhe, von 10 bis zu 32 m. für die — 250 Thürme erhoben sich etwa 7 m. über die Die Gräben hatten gemauerte Böschungen, die jorthürme waren reich geschmückt, Pfosten, Flügel vellen mit Erz belegt. Die Brücken hatten Steinvon 4 m. Dicke bei 10 m. Jochweite. — Doch von ,‚ von der neuen Stadtburg, von den Gärten und „„von den hängenden Gärten, die Nabuchodonassar e Gattin Amytis baute, ist fast nichtserhalten. Letz— Ziegeln von der Gri errichtet. Ein 29 m ten (2), 38 m. lange Man hat glasirte Pferdehufen, Bart Reliefs gefunden, Fig 316. Babylor genau nach den Hi von 486 m. Umfant Der Trümmerberg auf seinem Gipfel Thürme gehabt zu messen etwa 120 m Nimrud genannten Euphrat den Temp dem Birs Nimrud w zweite orange, das fünfte weiß, das se versilbert, symbolise gewöhnlichen Mauerziegel Bogen führt in einen gewölbm. breiten Säl, s. Fig. 312. Reliefdarstellungen von kurz Theile von gemauerten Reste der Substruktionen der Trümmer eines quadratischen, nach einem Relief. immelsgegenden orientirten Gebäudes im jetzigen Dorf Barnum: Mudschaliba oder Muckallibon scheint Gebäude, an den Ecken vier seine Seiten, genau orientirt, glaubt man in dem Birs Hillar auf der Westseite des Belus, den sogenannten Babylonischen Thurm, zu erkennen. Nach den Ergebnissen der Untersuchung dieses Trümmerhaufens, dieRawlinson vorgenommen, zusammengehalten mit Reliefdarstellungen bungen griech.Schriftsteller, ist die in Fig. 313 u. 314 gegebene Restaurirung dieses Bauwerkes entworfen, während Fig. 315 den höchsten erhaltenen Theil d. Verkleidung, vermuthlich die vorletzte Terrasse, darstellt; in dem zu Kujundschik gefundenen Relief, Fig. 316, glaubt man die Darstellung einer babylonischen Stufenpyramide, vielleicht des babylonischen Thurms, leider nur im Bruchstück, zu besitzen. Ahnliche Stufen-Tempelpyramiden stehen in Mokhamur, Abu Kamihra und Tel Ermah. Bei unterste Stockwerk schwarz, das das vierte vergoldet, das das siebente grünlich oder desSaturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond. Die diese Farben tragenden glasirten Ziegel bildeten jedoch nur die Außenseite einer aus gebrannten Ziegeln aufgeführten Blendmauer, deren Hintermauerung aus ungebrannten Schlammziegeln bestand. Die Euphratbrücke hatte Steinpfeiler, durch bleivergossene Eisenschienen mit einander verbunden; die Pfeiler selbst waren tief gegründet, stromabwärts rund, stromaufwärts spitz. Das Beleg bestand aus Holz; die Pfeiler standen 4 m. aus einander. Während man nun in Babylon selbst fast ganz vergeblich nach erhaltenen Mauersteinen und Details gesucht, nur einzelne glasirte Ziegel, regelmäßigem Kreis bei einem Umfang von mehr als einer Meile rings um die Trümmer der Stadt u. erreicht noch hier u. da die Höhe von 12 m. In der Mitte der Stadt liegen die Ruinen einer Thurmpyramide, die unten 63 m. ins Quadrat groß aus Ziegeln mit Schilfrohrschichten ausgeführt u. mit glasirten Ziegeln verblendet war, sowie ein rechteckiges Gebäude von 72 u. 5m. Seitenlänge mit Mauern von 3, —6 m. Stärke, das auf einer 12—15 m. hohen Plattform steht; die Formen der Mauern an der südwestlichen Façgade, in Fig.317u. 318 dargestellt, kehren am Birs Nimrud, Fig. 315, und an einzelnen Konstruktionen, wahrscheinlich von Babyloniern ausgeführt, in Niniveh wieder. Die in Fig. 317 dargestellte Mauer war geputzt, die in Fig. 318 aber in ungebrannten Ziegeln ausgeführt u. mit 15 mm langen, 2 mm. breiten, spitz zulaufenden Mosaikstiften, in Asphalt eingesetzt, bekleidet.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 209Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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